Vor Kommunalwahl 2019

SPD beschäftigt sich mit Katzenkastration

Mit einer Verordnung zum Schutz von Katzen hat das Land diese Problematik den Kommunen zugeschoben. Doch da klemmt es erheblich. Jetzt nimmt sich die SPD des Themas an. Der Landtagsabgeordnete Nils Saemann geht in die Offensive.
Sind Katzen nicht kastriert, können sie mehrmals im Jahr Junge bekommen.
Sind Katzen nicht kastriert, können sie mehrmals im Jahr Junge bekommen. Markus Scholz
Teterow

Das landläufige Klischee, dem zufolge die Landtagspolitiker im Schweriner Schloss debattieren und wenig Ahnung haben, wie‘s den Menschen auf dem platten Land wirklich geht, trifft auf den Teterower Nils Saemann (SPD) kaum zu. Der Abgeordnete ist nebenberuflich als Discjockey unterwegs. Da legt er nicht nur Platten auf, er erfährt auch aus erster Hand so manches, was die Menschen bewegt. Wo er meint, helfen zu können, legt er sich ins Zeug. Jetzt ist er auf einem Feldzug gegen das Katzenelend.

Die Truppen, die sich da hinter ihm sammeln, sind zwar zahlenmäßig klein. Dafür ist ihr Kampfgeist unerschütterlich. Das kam kürzlich bei einer Beratung mit Tierschützern und Vertretern von Behörden in Saemanns Teterower Wahlkreisbüro zutage. Die Speerspitze dieser kleinen Truppe kommt aus Schwaan. Der dortige Tierschutzverein gilt als Vorkämpfer einer Katzenschutzverordnung im Landkreis Rostock schlechthin.

Verordnung für frei lebende Katzen

Auf Druck von Tierschutzverbänden hatte das Land 2015 eine Katzenschutzverordnung erlassen. Die Festsetzung konkreter Regelungen wurde an die Landkreise delegiert. Diese ließen das Thema schleifen.

Im Sommer 2018 gelang es den Schwaanern in Zusammenarbeit mit dem kreislichen Veterinäramt, eine Verordnung für ihre Kommune auf den Weg zu bringen. Danach muss jeder, der seiner Katze Freigang gewährt oder frei lebende Katzen regelmäßig füttert, diese von einem Tierarzt kastrieren und kennzeichnen lassen. Ferner sind die Tiere in einer Datenbank zu erfassen. Darüber muss ein Nachweis vorgelegt werden. Diese klaren Auflagen haben ihren Preis. Der bewegt sich zwischen 200 und 500 Euro.

Zu wenig Geld vom Land?

Das ist allerdings noch der einfachere Part. Schwierig wird‘s bei den wilden Katzen. Diesem Problem haben sich die Tierschutzvereine angenommen. Deren Mitstreiter haben in Teterow und Gnoien Katzenhäuser aufgestellt und füttern dort regelmäßig. „So werden die Tiere zutraulich und wir können sie zwecks Kastration einfangen“, erläutert Margarete Zwerg, Vereinsvorsitzende in Teterow. Mit den Ordnungsämter arbeite man dabei gut zusammen. Als „Katastrophe“ bezeichnet sie die Kontakte mit dem Kreis. Das Kernproblem seien die – nicht unerheblichen – Kosten.

Hier kommt nun wieder Nils Saemann ins Spiel. „Die 30.000 Euro vom Land sind, wie jetzt offenkundig wird, viel zu wenig. Wir werden das auf mindestens 100.000 Euro anheben müssen“, formuliert er seine Erkenntnis. Außerdem müssten mit dem Erlass klare Verfahrensregeln aufgestellt werden. Bei einer Klausurtagung Ende Januar in Wismar werde er diese Probleme thematisieren, verspricht der Abgeordnete.

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