STAVENHAGEN

Spektakulärer Einbruch von 2016 jetzt endlich vor Gericht

Dreieinhalb Jahre ist es fast her, dass Einbrecher ins Stavenhagener Einkaufszentrum spektakulär eingedrungen waren. Nun soll der Prozess gegen die Täter beginnen.
Nach fast dreieinhalb Jahren kommt jetzt der spektakuläre Ekz-Einbruch vor Gericht, und nicht nur der.
Nach fast dreieinhalb Jahren kommt jetzt der spektakuläre Ekz-Einbruch vor Gericht, und nicht nur der. Archiv/Kirsten Gehrke
Malchin.

Vor vier Jahren hat im Raum Malchin eine Einbruchsserie für Aufsehen gesorgt. Tatverdächtige wurden ermittelt, doch verurteilt sind diese für alle Straftaten noch immer nicht. Lediglich für den Diebstahl aus einer Wohnung in Stavenhagen, wo ein Tresor mit 107 000 Euro Bargeld und eine Münzsammlung gestohlen worden waren, sind zwei Malchiner bisher zur Verantwortung gezogen worden. Beide Männer sollen auch an anderen Einbrüchen beteiligt gewesen sein. Der spektakulärste war wohl im September 2016, als die Einbrecher zwei Nächte hintereinander mit einem Auto durch die Eingangstür des Einkaufszentrums (Ekz) „Reutereiche“ in Stavenhagen gerast und durch die Shopping-Passage gefahren waren, um an den Geldautomaten zu kommen. Einen Wachmann hatten sie angegriffen und ihn mit Reizgas außer Gefecht gesetzt. Ihr Vorhaben, den Bankautomaten aus der Verankerung zu reißen und zu stehlen, war jedoch gescheitert. Erst jetzt kommen dieser und andere Fälle der Serie vor Gericht. Am 4. Februar soll der Prozess am Landgericht in Neubrandenburg beginnen. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

Warum hat das so lange gedauert? Wie ein Gerichtssprecher sagte, sei ein großer Akten-Rückstau der Grund. Es habe viele solcher laufenden Verfahren gegeben, die nicht alle abgearbeitet werden konnten. Andere Verfahren, wie der Prozess um den Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow oder den Mord in Alt Rehse, hätten Vorrang gehabt. Die Verteidiger der beiden Malchiner indes sehen diese Verzögerung als Nachteil für die Angeklagten. Bereits im Juni 2017 hatten sie im Münz-Prozess darauf eindrücklich hingewiesen, dass für ihre Mandanten die Grundsätze eines fairen Verfahrens verletzt worden seien, weil nicht alles gleich mitverhandelt worden war und damit nicht eine Gesamtstrafe gebildet werden konnte. Inzwischen war der jüngere der beiden nach seiner Haftstrafe sogar schon wieder auf freiem Fuß.

Außer dem Ekz-Einbruch kommt nun auch ein weiterer Fall vor Gericht, der in der Öffentlichkeit ebenfalls viel Aufsehen erregt hat. Dabei handelt es sich um den Diebstahl Ende September 2016, als sechs Fahrzeuge vom Gelände eines Autodienstes in Remplin entwendet wurden. Ebenfalls verhandelt werden soll der Einbruch in den Netto-Markt Neukalen von Mitte August 2016, wo die Diebe mit einem Gullydeckel die Scheibe eingeschlagen und Alkohol sowie Tabakwaren gestohlen haben. Zudem geht es um einen Diebstahl in der Nähe von Gülzow, wo die Täter einen abgestellten Teleskopradlader mitgenommen haben, sowie um Einbrüche in einen Lottoladen in Demmin und in ein Autohaus in Neustrelitz. Alle diese Fälle stehen zeitlich mit dem Ausgangsverfahren der beiden Haupttäter in Zusammenhang.

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