HILFSAKTION NACH TÖDLICHEM UNFALL

Spender fluten Konto für Ivenacker Waisen

Das Schicksal der beiden Kinder, die gerade ihre Eltern verloren haben, ging dem Ivenacker Bürgermeister sehr nah. Er startete eine Spendenaktion. Ein erster Blick auf das Konto überwältigte ihn.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Blick in die Ivenacker Eichenallee: Hier wohnen die beiden Kinder mit ihren Großeltern. Die Generation dazwischen starb am vergangenen Wochenende bei einem Unfall.
Blick in die Ivenacker Eichenallee: Hier wohnen die beiden Kinder mit ihren Großeltern. Die Generation dazwischen starb am vergangenen Wochenende bei einem Unfall. Eckhard Kruse
Ivenack.

Als der Ivenacker Bürgermeister Stefan Guzu am Donnerstag zum ersten Mal auf das Spendenkonto für die beiden Ivenacker Waisenkinder schaute, konnte er es gar nicht fassen. „Ich bin überwältigt“, sagte er. Das, was er dort sah, überstieg seine kühnsten Erwartungen. „Es sind bisher 16.000 Euro eingezahlt worden.“ Und das nur an einem einzigen Tag. Denn die Zahlungseingänge könne man im Amt Stavenhagen erst immer einen Tag später sehen.

„Allein 10.000 Euro hat unser Ehrenbürger Jost Reinhold gespendet“, erzählte Guzu. An ihn wolle er noch einen persönlichen Dank schreiben. Denn damit habe er nie und nimmer gerechnet. Das Bauzentrum Schnepf habe 400 Euro eingezahlt. Die beiden Betriebe der Ivenacker Prohad überwiesen laut Bürgermeister zusammen 500 Euro. Viele, viele Privatpersonen hätten 50 oder 100 Euro gegeben. Insgesamt seien 60 bis 70 Spenden auf dem Konto der Gemeinde eingegangen.

Kinder sind sehr traurig

Die beiden acht und 13 Jahre alten Kinder hatten ihre Eltern am Samstag bei einem schweren Verkehrsunfall bei Löcknitz verloren. Sie wohnen weiter bei ihren Großeltern in Ivenack, die wie die anderen Großeltern aus dem Raum Templin jetzt ihre Kinder beziehungsweise Schwiegerkinder vermissen. Stefan Guzu konnte am Donnerstag zum ersten Mal mit den beiden Minderjährigen sprechen. Sie seien unheimlich traurig.

Mit dem Spendenaufruf des Bürgermeisters am Dienstag rollte eine Welle der Hilfsbereitschaft an. Denn das Schicksal der Familie berührte viele Menschen. Schon am Mittwoch bekam Stefan Guzu viele Anrufe. Weiter ging es am Donnerstag: „Am Vormittag hatte ich allein 50 Anrufe“, sagte er, außerdem viele, viele Mails und Whatsapp-Nachrichten.

Spendengeld soll nicht ausgezahlt werden

Menschen kündigten Spenden an. Leute aus Brandenburg und Schleswig-Holstein wollten nach einem Radiobeitrag die Kontonummer wissen. Wieder andere boten Hilfe beim noch nicht abgeschlossenen Aus- und Umbau des Hauses an. Das Obergeschoss sei fertig, so Guzu. Im Außenbereich gebe es noch einiges zu tun. Im Inneren stünden Fliesen, die noch auf die Verarbeitung warten. Und auch im hinteren Bereich des Hauses sollte eigentlich noch etwas umgebaut werden.

Für solche und andere Dinge hatte Guzu die Spendenaktion gedacht. Die Familie werde die Spendensumme nicht ausgezahlt bekommen. Gemeinsam wolle man schauen, für welche Maßnahmen man die Gelder nach und nach einsetzen könne. „Es geht darum dass sie vernünftige Verhältnisse bekommen“, betonte er.

Kirche will Kollekte spenden

Mit den Spenden sollten Baumaßnahmen oder der Kauf von Möbeln bezahlt werden. Vielleicht könnten die Kinder auf eine Urlaubsreise geschickt werden. „Es ist wichtig, dass sie auf andere Gedanken kommen und alles verarbeiten können“, sagte der Bürgermeister. Möglicherweise müsse auch noch ein Kredit für das zerstörte Auto abgezahlt werden.

Die Pastorin der evangelische Kirchengemeinde Stavenhagen, Melanie Dango, kündigte indessen gegenüber dem Nordkurier an, dass die Kollekte am Heiligen Abend für die beiden Kinder gesammelt wird. Das habe die Gemeinde so beschlossen.

Die Kontodaten für Spenden lauten: Kontoinhaber: Stadt Stavenhagen c/o Amt Stavenhagen, Bank: DKB Berlin, IBAN: DE 78 1203 0000 0000 3031 15, BIC: BYLADEM1001, Verwendungszweck: Hilfe für Ivenacker Waisenkinder

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