STRAßENBAU IN DER FERIENZEIT

Sperrzeit für Straße am Malchiner See nach Protesten halbiert

Den ganzen Juli über wollte das Straßenbauamt die Landesstraße am Südufer des Malchiner Sees wegen Reparaturarbeiten voll sperren. Vor allem der Seedorfer Campingplatz-Betreiber lief dagegen Sturm.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Vor allem die schweren Lkw haben den Straßenrändern an der L 20 tüchtig zugesetzt. Die Fahrbahn ist an einigen Stellen zu schmal für sich begegnende Laster.
Vor allem die schweren Lkw haben den Straßenrändern an der L 20 tüchtig zugesetzt. Die Fahrbahn ist an einigen Stellen zu schmal für sich begegnende Laster. Torsten Bengelsdorf
Wollen das Schlimmste für ihre Zeltplätze durch die L 20-Sperrung abwenden: Stefan Herrmann (rechts) aus Dahmen und Lutz Heber aus Seedorf.
Wollen das Schlimmste für ihre Zeltplätze durch die L 20-Sperrung abwenden: Stefan Herrmann (rechts) aus Dahmen und Lutz Heber aus Seedorf. Torsten Bengelsdorf
2
SMS
Seedorf.

Als Konkurrenten sehen sie sich nicht. Dennoch haben die beiden Zeltplatz-Betreiber aus Dahmen und Seedorf, Stefan Herrmann und Lutz Heber, eher selten miteinander zu tun. Was sie nun am Dienstag zusammenführte, war die gemeinsame Sorge, dass das Ferien-Geschäft in diesem Sommer ein ziemlicher Reinfall werden könnte. Seitdem am Wochenende zuvor bekannt wurde, dass die an beiden Zeltplätzen vorbei führende Landesstraße 20 den gesamten Ferienmonat Juli über wegen Banketten-Arbeiten gesperrt werden soll, brennt am Südufer des Malchiner Sees nicht nur wegen der tropischen Temperaturen die Luft.

Ob denn das Straßenbauamt, das die Reparaturen am Straßenrand in Auftrag gegeben hat, wohl auch mal darüber nachdenkt, wie sehr darunter eine ganze Reihe von Familienbetrieben leiden würde. Für sie sei so wie für die beiden Zeltplätze der Juli der wichtigste Monat des Jahres, sagt Lutz Heber. Auch Daniel Witt, Geschäftsführer des Farmer-Steakhouses in Basedow, befürchtet massive Umsatz-Einbußen.

Beschwerde beim Verkehrsministerium

Heber hat sich nach eigenen Angaben inzwischen an das Schweriner Verkehrsministerium gewandt – mit dem Argument, dass die L20 am Malchiner See nun einmal eine wichtige touristische Strecke sei, die man über den Sommer nicht einfach dichtmachen könne.

Das Straßenbauamt Neustrelitz schickte am Dienstag nun einen Mitarbeiter nach Seedorf, um die aufgebrachten Tourismusanbieter zu beruhigen. Ganz so schlimm, wie vom Straßenbauamt am Wochenende noch angekündigt, müsse es nun doch nicht werden, so die Botschaft von Martin Ave, der für die Straßensperrungen zuständig ist. Ave legte einen neuen Plan für die Banketten-Arbeiten vor.

Teilstück Malchin-Basedow als Erstes dicht

Demnach wird in der kommenden Woche vom 1.  bis zum 5.  Juli zunächst die Strecke zwischen Malchin und dem Abzweig nach Basedow voll gesperrt und eine Umleitung über Gielow eingerichtet. „Am 8.  Juli ist dann der Abschnitt von Basedow bis zur Einmündung zum Campingplatz Seedorf an der Reihe“, erläuterte Ave. Hier soll die Vollsperrung nur einen Tag dauern. Ab dem 9.  Juli geht es dann weiter von Seedorf bis nach Dahmen. Dieser Abschnitt solle dann bis zum 12.  Juli dicht sein. „Ab dem 13.  Juli ist dann alles wieder auf. Die Verbindung von der B108 bis nach Dahmen wird von den Bauarbeiten überhaupt nicht betroffen sein“, versprach Ave.

 

Das Straßenbauamt wolle nun außerdem seine Informationspolitik überprüfen, sagte Martin Ave zu. So wie bereits bei der Erneuerung der Fahrbahn 2014 hatten die Anlieger auch diesmal erst eine Woche vor dem Beginn der Bauarbeiten von der Straßensperrung aus dem Nordkurier erfahren.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet