Die Feuerwehren aus Stavenhagen und Umgebung, die mit etwa 60 Kameraden angerückt waren, konnten das Feuer in dem Mü
Die Feuerwehren aus Stavenhagen und Umgebung, die mit etwa 60 Kameraden angerückt waren, konnten das Feuer in dem Mülllager am Donnerstag mit einem Schaumteppich unter Kontrolle bringen. Foto: Torsten Bengelsdorf
Auskünfte verlangt

Stadtvertreter fordert Gutachten zum Brand im Müllkraftwerk Stavenhagen

Das Feuer hatte sich in der Nacht zum Donnerstag in der EEW-Anlage Stavenhagen vermutlich selbst entzündet. Doch warum war die eigene Löschanlage offenbar überfordert?
Stavenhagen

Die Brandwache der Feuerwehr war am Donnerstag gerade erst abgerückt, als am Abend im Stavenhagener Schloss eine Diskussion um den Brand im EEW-Müllkraftwerk aufflammte. In der Stadtvertretersitzung waren einige Abgeordnete noch nicht damit zufrieden, was sie bisher an Informationen zu dem Vorfall erhalten hatten. Besonders Michael Kokel (CDU) meldete Zweifel an. Er forderte, dass die Stadt ein Gutachten in Auftrag geben soll, um Ursache, Entstehung und Ausmaß des Brandes nachvollziehen zu können. Er akzeptiere nicht, dass nur gesagt werde, es sei nichts weiter passiert und es habe keine Gefahr bestanden. Schließlich würden viele Menschen in der Nähe der Anlage wohnen. Ein Fachmann müsse erklären, warum die Sprenkelanlage nicht ausreichend funktioniert habe, forderte Kokel. Eine Antwort solle bereits zur nächsten Stadtvertretersitzung vorgelegt werden.

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Auch Alexander Krafzig (Unabhängige Fraktion) fragte sich als Feuerwehrmann, warum denn die Löschanlage nicht funktioniert habe. Er sprach davon, dass offenbar die unsachgemäße Entsorgung von Hausmüll zu dem Brand geführt haben könnte.

Batterie hat im Hausmüll nichts zu suchen

Möglicherweise war eine Hochenergie-Batterie, die im Hausmüll nichts zu suchen hat, die Zündquelle, wie das Unternehmen inzwischen mitteilte. Auch die Ermittler der Polizei waren am Donnerstag zu dem Ergebnis gekommen, dass Selbstentzündung die Ursache für den Brand war, der im unterirdischen Bunker des Mülllagers ausgebrochen war. Hier hatte eine Überwachungsanlage auch Alarm ausgelöst. Die Feuerwehr konnte dann mit einem Schaumteppich den brennenden Müll löschen. Ein nennenswerter Schaden ist nach Einschätzung des Unternehmens nicht entstanden, da der Müll ohnehin verbrannt werden sollte. Daraus wird Strom, Wärme und Dampf gewonnen. Der angebrannte Müll soll in der Anlage nun noch verwertet werden.

Vorfall soll genau ausgewertet werden

Bürgermeister Stefan Guzu hatte am Donnerstagabend vor den Stadtvertretern auf Messungen hingewiesen, nach denen keine Schadstoffe festgestellt worden seien. Ein Gutachten in Auftrag zu geben, wie es Michael Kokel gefordert hatte, liege nicht in der Zuständigkeit der Stadt. Es könne aber jemand eingeladen werden, der über den Einsatz ausführlich berichtet, bot Guzu an. Laut Ordnungsamtsleiterin Anja Vonthien wollen Stadt, Feuerwehr und der Betreiber EEW Anfang Dezember den Vorfall genau auswerten. Die Polizei hatte ihre Ermittlungen bereits am Donnerstag beendet.

Neben dem Heizkraftwerk entsteht derzeit eine Klärschlammverbrennungsanlage, gegen die sich Stavenhagener unter anderem mit einer Unterschriftensammlung gewehrt hatten. Die Abwärme soll einmal weite Teile Stavenhagens mit Fernwärme versorgen.

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Kommentare (1)

Quatsch mir Sauce: "Schließlich würden VIELE Menschen in der Nähe der Anlage wohnen."