Muss für das Rathaus Teterow bald ein neuer Bürgermeister gesucht werden?
Muss für das Rathaus Teterow bald ein neuer Bürgermeister gesucht werden? Thomas Koch
Sondersitzung

Stadtvertreter werfen Bürgermeister Ablenkung von Vorwürfen vor

Gegen eine Äußerung von Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) sind Teterows Stadtvertreter am Mittwochabend Sturm gelaufen.
Teterow

Das wollen Teterows Stadtvertreter so nicht stehen lassen. Mit großem Befremden haben sie auf der Sondersitzung am Mittwochabend auf eine Äußerung von Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) reagiert. Der hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass ihm die Abgeordneten schaden wollen und den am 3. Juli anstehenden Bürgerentscheid über seine Zukunft im Rathaus herbeigeführt haben, weil er Beschlüsse der Abgeordneten nicht umgesetzt habe. Ganz konkret nannte Lange dabei den Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen, für den seiner Ansicht nach die physikalischen und finanziellen Voraussetzungen gefehlt hätten. Als eine „alte Floskel“ des Bürgermeisters, die mit dem Bürgerentscheid rein gar nichts zu tun habe, bezeichnete der CDU-Abgeordnete Wolfgang Blanck die Aussagen des Rathaus-Chefs. Über dieses Thema sei vor vielen Jahren einmal diskutiert worden. Einen Beschluss dazu habe es aber nie gegeben. Blanck verwahrte sich gegen die Unterstellung, dass die Stadtvertreter dem Bürgermeister „an die Wäsche wollen“.

Bemerkenswerte Aussage des Verwaltungsschefs

Als „Nebelkerze“, um vom eigentlichen Thema abzulenken, bewertete AfD-Fraktionschef Mathias Schmitus die Äußerung Langes. Warum man sich nun schon zu einer dritten Sondersitzung treffe, das sollte der Bürgermeister wohl doch am besten wissen, meinte Schmitus’ Fraktionskollege Winfried Schneider. Die Liste der Vorwürfe gegen Andreas Lange sei lang. Dabei gehe es aber nicht um Solaranlagen, sondern um Themen wie Protokollfälschungen, Veruntreuung von Steuergeldern, die so genannte E-Mail-Affäre, die umstrittene Personalführung im Rathaus und den Dauerstreit mit Teterows Kleingärtnern. All das habe schlussendlich dazu geführt, einen Bürgerentscheid herbeizuführen, so Schneider. Für bemerkenswert hält er die Aussage des Bürgermeisters, dass die Vorwürfe der Protokollfälschung verjährt seien. Das bedeute dann wohl nichts anderes, als dass der Bürgermeister diese Handlungen eingesteht, aber strafrechtlich nicht mehr belangt werden könne. „Das macht diese Taten aber nicht ungeschehen und wir reden hier immer noch über eine moralische Verantwortung, die der Bürgermeister zu übernehmen hat“, so Schneider.

Entschieden, über welchen Text beim Bürgerentscheid abgestimmt wird

Einen ausdrücklichen Appell richtete CDU-Fraktionschef Matthias Hantel an die Einwohner von Teterow: „Ich rufe dazu auf, dass die Bürger am 3. Juli in großer Zahl zum Bürgerentscheid gehen und für einen Neuanfang in der Bergringstadt zu neuen Bedingungen sorgen“. Festgelegt wurde am Mittwochabend, über welchen Abstimmungstext die Teterower Anfang Juli zu befinden haben. Der heißt im Wortlaut: „Sind Sie für die Abberufung des Bürgermeisters Andreas Lange“? In der Entscheidung der Teterower liegt es dann, die Frage mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten.

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