Erneute Alkoholfahrt
Stadtvertreter wollen Stavenhagener Bürgermeister beurlauben

Der Stavenhagener Bürgermeister wollte am Mittwoch gerade zum Schlossparkplatz fahren. Da wurde er von der Polizei gestoppt – und pustete 0,88 Promille.
Eckhard Kruse

Die erneute Alkoholfahrt des Stavenhagener Bürgermeisters Bernd Mahnke kommt bei den Stadtvertretern gar nicht gut an. Ein Abgeordneter fordert schon jetzt mehr Druck.

Eigentlich hatte der Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) am Donnerstag wieder zum öffentlichen Sprechtag auf den Marktplatz eingeladen. Doch vom Stadtoberhaupt war dieses Mal nichts zu sehen. Auch in seinem Büro im Schloss war er nicht anzutreffen. Der Bürgermeister ging auch nicht ans Telefon.

Dietmar Dumjahn, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Stadtvertretung, wundert sich darüber nicht. „Ich denke, er wird krank machen”, vermutete er. Denn am Mittwoch war Mahnke zum zweiten Mal bei einer Alkoholfahrt erwischt worden. Die Polizei hatte ihn aus Richtung Stadt kommend am Ernst-Lübbert-Weg zu einer Verkehrskontrolle herausgewunken.

Alkoholgeruch festgestellt

Dabei stellten die Beamten beim 65-jährigen Bürgermeister einen Alkoholgeruch und einen Atemalkoholwert von 0,88 Promille fest. Das bedeutet erneut eine Ordnungswidrigkeit. Es wird wahrscheinlich wieder ein Fahrverbot, eine Geldstrafe und Punkte in Flensburg geben. So wie es bei Mahnkes Alkoholfahrt im Juni 2017 der Fall war.

Die Stadtvertreter sind auch dieses Mal nicht begeistert: „Es ist klar, dass man das nicht gutheißen kann, wenn jemand unter Alkoholeinfluss fährt”, sagte Detlef Hein, Fraktionschef der Bürgergemeinschaft, der Anwalt für Arbeitsrecht ist.

Redebedarf angekündigt

Wenn jemand etwas anderes sagt, dann habe er ein merkwürdiges Rechtsverständnis, betonte er. Es werde sicherlich noch Redebedarf geben. Lothar Kuhn, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Fraktion, wünscht sich, dass Mahnke wie jeder andere für so eine Fahrt zur Rechenschaft gezogen wird.

Noch deutlicher wird man bei den Linken: „Die erneute Trunkenheitsfahrt nehme ich mit Bedauern zur Kenntnis”, sagte Ricarda Düvier. Sie hofft, dass der Bürgermeister selbst die Kraft findet, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Bürgermeister noch dienstfähig?

Sie baut genauso wie ihre Fraktionschef Dietmar Dumjahn auf den Landkreis Seenplatte. „Für meine Begriffe ist jetzt der Landkreis am Zuge”, betonte er. Schließlich sei es schon das zweite Mal, dass der Bürgermeister unter Alkoholeinfluss am Steuer saß.

„Der Landkreis müsste ihn zu einer amtlichen Untersuchung schicken und prüfen, ob er noch dienstfähig ist.” Denn wer um 11.50 Uhr mit Alkohol am Steuer sitzt, der müsse auch in der Dienstzeit getrunken haben, meinte Dumjahn.

Abgeordnete wollen beraten

Für ihn sei das Maß voll. Er schlägt vor, sich mit dem Landkreis in Verbindung zu setzen, um zu erfahren, ob die Stadtvertreter den Bürgermeister vom Dienst suspendieren können. Auch Lothar Kuhn würde gern in einer gemeinsamen Runde mit allen Stadtvertretern über den Vorfall beraten.

„Ich bin der Meinung, dass wir in der kommenden Woche im Hauptausschuss darüber reden sollten”, sagte Thomas Suhr, Fraktionsvorsitzender der CDU. Denn dort seien alle Fraktionschefs anwesend. Stadtpräsident Klaus Salewski (Die Linke) hält sich mit Aussagen noch zurück. Er möchte erst selbst mit Bernd Mahnke sprechen.

Landkreis will Vorwürfe prüfen

Der Landkreis Seenplatte wird die erneuten Vorwürfe als Disziplinarbehörde prüfen, informierte die Rechtsaufsicht. Sie wolle aber auch die Stadtvertretung als oberste Dienstbehörde des Bürgermeisters beraten.

Kommentare (2)

Alle sehen wenn er besoffen ist, das er Durst hatte sieht keiner .

Schickt ihn zum Bauhof da kann er bei richtiger Arbeit nachdenken was er falsch gemacht hat auf Lebenszeit. Solche willensschwachen Menschen auf solch einem Posten - undiskutabel in Allem.