Die touristische Infrastruktur in Dahmen ist noch recht zerstückelt. Helmuth von Maltzahn will am Südufer des Malchi
Die touristische Infrastruktur in Dahmen ist noch recht zerstückelt. Helmuth von Maltzahn will am Südufer des Malchiner Sees wieder mehr Leben hinbringen. Silke Voß
Bauherr Helmuth von Maltzahn am Sitz seiner Vorfahren – der Ritterburg Tribeschendorf am Südufer des Malchiner Sees
Bauherr Helmuth von Maltzahn am Sitz seiner Vorfahren – der Ritterburg Tribeschendorf am Südufer des Malchiner Sees. Hier soll wieder Leben her. Ausgleichsmaßnahmen seien eingetütet. Silke Voß
Südufer Malchiner See

Start für die lange geplante Feriensiedlung

Wenn alles gut läuft, stehen bereits Ende 2021 die ersten Häuser zwischen Rothenmoor und Dahmen. Für Bauherrn Helmuth von Maltzahn eine große Chance in der Region um den südlichen Malchiner See.
Rothenmoor

Es drohte schon eine unendliche Geschichte zu werden. Doch jetzt ist endlich der Startschuss erfolgt: Mit der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrages zwischen der Gemeinde Dahmen und Freiherr Helmuth von Maltzahn kann das seit langem geplante Ferienhausgebiet zwischen Dahmen und Rothenmoor tatsächlich angeschoben werden.

Der Vertrag stellt, so verlas es Bürgermeister Philipp Maerz während der jüngsten Gemeindevertretersitzung, unter anderem die Gemeinde kostenfrei. Es wird ein Bauauschuss gebildet, und in fortwährendem Kontakt sowie in Absprachen mit den zuständigen Neubrandenburger Planungsbüro Leddermann und „Plan Akzent“ Rostock in Sachen Umweltfragen das Prozedere transparent gestaltet. Und dann, wenn alles glatt geht, können bereits Ende 2021 die ersten Ferienhäuser stehen.

Investor Helmuth von Maltzahn sieht Chance trotz Widerstände

Es gab einige Widerstände, da ansässige Touristiker Konkurrenz fürchten. Investor und Bauherr Helmuth von Maltzahn aber bekundet gegenüber dem Nordkurier die große Chance für die Region und das gesamte Umfeld. Immerhin hat er bereits zwischen Rothenmoor und dem versunkenen Dorf Sagel Teiche renaturiert, in deren Umfeld nun romantische Wasservogelspektakel zu beobachten sind. Die Ferienhäuser sollen möglichst architektonisch einheitlich in nordischem Stil ähnlich denen auf dem Darß aussehen.

Es wird Wanderwege ins schöne Burgtal geben und ans Ufer nach Tribeschendorf, dem einstigen historischen Sitz der mittelalterlichen Burg, die dadurch wieder ins Bewusstsein rückt. Die Badestelle dort wird wieder belebt.

Zeit drängt, da es um noch vorhandene Fördermittel geht

All das bedeute einen deutlichen touristischen und kulturellen, saisonverlängernden Mehrwert für die gesamte Region des südlichen Malchiner Sees und darüber hinaus. Die Fischerei profitiere davon, das Café könnte länger geöffnet haben, ein Hofladen könnte hinzu kommen und so weiter. Mit der Feriensiedlung kämen auch gute Argumente hinzu, die gestückelte Infrastruktur insgesamt aufzubessern: Und beispielsweise endlich den Radweg weiter nach Malchin und bis zur B 108 zu verlängern. Nicht nur mit dem Schwerlastverkehr ist diese Straße schließlich kreuzgefährlich.

Doch die Zeit dränge, denn schon bald seien keine Fördermittel mehr dafür vorhanden. „Wenn sich dann in der einstigen Jugendherberge noch soziale Einrichtungen und damit Ärzte und Therapeuten ansiedeln, werden wir unserer Verantwortung für den ,abgehängten‘ ländlichen Raum weiter gerecht“, so der Freiherr.

Helmuth von Maltzahn möchte natürlich sein Rothenmoorer Gutshaus als Haupthaus des Ferienhausgebiets wieder herrichten. Freilich, gegenüber einer solchen Siedlung wären eine derzeit halbe Ruine und ein vernachlässigter Park kein schönes Aushängeschild für Gäste. „Sofort“ würde er das anpacken. Doch dazu gehöre nun mal der übrigens sehr bedeutsame Park – der der Gemeinde gehört. Demnächst wird der Plan öffentlich ausgelegt, erfolgt die Anhörung der Träger öffentlicher Belange dazu.

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