TOD AUF OFFENER STRAßE

Stavenhagen ehrt Opfer aus Kapp-Putsch-Zeit

Der Stavenhagener SPD-Stadtrat August Seidel wurde vor 100 Jahren auf offener Straße erschossen. Die Stadt plant eine Gedenkveranstaltung.
August Seidel ist am 19. März 1920 in Stavenhagen erschossen worden.
August Seidel ist am 19. März 1920 in Stavenhagen erschossen worden. Eckhard Kruse
August Seidel
August Seidel Eckhard Kruse
Stavenhagen ·

Die Stadt Stavenhagen hat einen Vorschlag der Linksfraktion in der Stadtvertretung aufgenommen. Es wird nun am 19. März um 16 Uhr eine Ehrung für den vor 100 Jahren erschossenen SPD-Stadtrat August Seidel geben, informierte Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos).

August Seidel war am 19. März 1920 im Zusammenhang mit dem Berliner Kapp-Putsch von einer Kugel getroffen worden. Stavenhagener Arbeiter sollen sich nach Berichten an dem Generalstreik gegen den Putsch beteiligt haben. Die Demminer Reichswehr marschierte daraufhin in die Stadt ein. Ein Offizier schoss eine Kugel ab und tötete den 53-Jährigen.

Kranz wird niedergelegt

Die Grabstätte von August Seidel auf dem Stavenhagener Friedhof werde noch einmal hergerichtet und auch der Grabstein gesäubert. Am 19. März lege man einen Kranz an seinem Grab ab, so Guzu. Es werden Worte der Erinnerung und Würdigung gesprochen. Stadtvertreter und Bürger seien eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Im Zusammenhang mit der Bluttat vor 100 Jahren in Stavenhagen bereitet das Fritz-Reuter-Literaturmuseum auch einen Vortrag über die Ereignisse vor 100 Jahren vor, informierte Musumsdirektor Marco Zabel. Dabei werde er aus einem Augenzeugenbericht aus dem Landesarchiv in Schwerin von 1920 zitieren, der seines Wissens in der Stadt noch nie ausgewertet worden ist. Gleichzeitig schaut Zabel auch auf die Sichtweise zu Seidels Tod in DDR-Zeiten.

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