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Nur halbe Ortsumgehung für Stavenhagen

Die Reuterstadt möchte gern das Unternehmen Pfanni von Westen aus anschließen. Dabei hat das Straßenbauamt Güstrow aber einige Bedenken.

Am Knotenpunkt zweier Bundesstraßen zu liegen und viel Industrie zu haben, das bringt nicht nur Vorteile mit sich. Vor allem die Brummis, die zwischen West und Ost, Nord und Süd unterwegs sind, nerven viele Anwohner der Reuterstadt. Sie zählen die polnischen Laster auf der B 104, deren Fahrer in ihren Augen Maut-Preller sind. Andere hoffen, dass in der Schultetusstraße (B 194) mehr Ruhe einkehrt, wenn die Laster aus dem Industriegebiet im Norden eines Tages eine Umgehungsstraße nutzen können.

Das wissen die Stadtvertreter. Sie legen deswegen auch großen Wert darauf, dass die Umgehungsstraße zwischen Basepohl und dem westlichen Ortsausgang im Bundesverkehrswegeplan erhalten bleibt. Sie bevorzugen aber eine neue Variante. Die Umgehung soll erst unterhalb von Basepohl beginnen und an der Außengrenze des Industriegebiets entlang laufen. „Wir erhoffen uns davon eine hintere Erschließung des Industriegebiets und von Pfanni“, erläutert Bauamtsleiter David Schacht. Damit könnten Laster, die in Richtung Malchin starten wollen, gleich auf die Umgehung fahren.

Doch eine Anbindung von Pfanni schließt Ronald Normann, Leiter des Straßenbauamts Güstrow, aus. Denn auf einer Umgehungsstraße solle der Verkehr schnell fließen. Abzweige würden das jedoch behindern. Dennoch befürwortet er die Umfahrung, die nach seinen Worten zwischen 2030 und 2040 gebaut werden könnte. „Dann würde ein Großteil der Schwerlasttransporte außen herum fahren.“

Alexander Schütt wohnt an der Straße. „Uns stören die Lkw überhaupt nicht“, sagte er. Stadtvertreter Dietmar Oesterreich warnt vor schlechteren Bedingungen für bestehende Betriebe und Gewerbe. Ganz anders Christine Freitag: „Die Lkw rollen hier im Halb-Minutentakt vorbei.“ Sie hofft auf eine Umfahrung und bis dahin eine nächtliche 30 km/h-Zone auf den Bundesstraßen der Stadt. Die ist beantragt, erläutert der Bauamtsleiter. Der Antrag liege zur Entscheidung beim Landkreis.

Auf die einst geplante West-Süd-Umgehung legt die Stadt indes keinen Wert mehr.