Nach Alkoholfahrt

Stavenhagener Bürgermeister räumt ernste Erkrankung ein

Seit der zweiten Alkoholfahrt von Bernd Mahnke wurde über seine Zukunft gerätselt. Einen Tag vor der Stadtvertretung informierte er nun die Abgeordneten.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Der Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke wird heute Abend nicht an der Stadtvertretersitzung teilnehmen können.
Der Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke wird heute Abend nicht an der Stadtvertretersitzung teilnehmen können. Eckhard Kruse
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Stavenhagen.

Eigentlich wollte der Stavenhagener Bürgermeister Bernd Mahnke (parteilos) diese Erklärung erst in der Sitzung der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend abgeben. Doch diesen Schritt zog er vor. Der Bürgermeister informierte die Stadtvertreter noch am Mittwochabend, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen kann.

In seiner persönlichen Erklärung gab er auch bekannt, wie es mit seiner Zukunft als Bürgermeister von Stavenhagen bestellt ist. Einen Rücktritt schloss Mahnke für sich aus. Stattdessen räumte er gegenüber den Stadtvertretern ein, dass er schwer krank ist. „Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich Symptome einer ernsthaften Erkrankung erkannt habe und die will ich mit ganzer Kraft bekämpfen”, schrieb er.

Mahnke will rasch gesunden

Dabei gebrauchte er das Wort Alkoholsucht zwar nicht. Er sprach nach seiner zweiten Autofahrt unter Alkoholeinfluss im November aber davon, dass er sich jetzt helfen lassen wird. „Mein Ziel ist es, rasch gesund zu werden, um meine Arbeit als Bürgermeister gemäß meinem Wählerauftrag fortsetzen zu können”, betonte Mahnke. Beim ersten Mal war er im Juni 2017 von der Polizei erwischt worden.

Die Augen geöffnet haben ihm offenbar seine zweite Alkoholfahrt und die Reaktionen in der Stadt darauf. „Mein zweites Disziplinarverfahren mit der Pkw-Fahrt unter Alkoholeinfluss am 28.11.2018 ist durch nichts zu entschuldigen”, notierte Mahnke. Es sei für ihn ein Schlüsselerlebnis gewesen, das ihm aufgezeigt habe, wo er zurzeit steht. „Ja, es geht mir nicht gut”, räumte er ein.

„Habe mein Problem unterschätzt”

„Ich habe lange versucht, viele Probleme des Alltags mit falschen Mitteln zu lösen. Mein persönliches Problem habe ich leichtfertig unterschätzt bzw. zu verharmlosen versucht”, schrieb der Bürgermeister weiter. Nun will er sich helfen lassen und wieder gesund werden.

Die Erklärung sei nach Mahnkes Worten das Ergebnis einer selbstkritischen Analyse seiner persönlichen Situation. Dabei habe er auch viele Gespräche in der Familie und mit Freunden geführt. "Äußerst hilfreich war mir ein persönlicher Gedankenaustausch mit dem Landrat, Herrn Heiko Kärger”, schrieb Mahnke.

Fraktionen hatten sich verständigt

Der Bürgermeister sprach zwar davon, dass ihn niemand zu dieser Erklärung aufgefordert hat. Die Fakten sagen aber etwas anderes. Die Fraktionen der Stadtvertretung hatten sich schon auf Schritte verständigt, wie sie auf die neuerliche Alkoholfahrt des Bürgermeisters reagieren wollen.

Sie hatten mehr Druck vom Landkreis gefordert und auch schon über eine Suspendierung des Stadtoberhauptes nachgedacht. Zuletzt hatten Stadtpräsident Klaus Salewski (Die Linke) und sein Stellvertreter, Detlef Hein (Bürgergemeinschaft), mit ihm gesprochen und erreicht, dass Mahnke eine Erklärung abgibt.