Aus hygienischen Gründen

Stavenhagener dürfen nicht über Klärschlammanlage diskutieren

Seit Juni wurde über eine Einwohnerversammlung zur geplanten Klärschlammverbrennung in Stavenhagen gesprochen. Der ursprüngliche Termin wird nun aber nicht stattfinden.
Auf dem Werksgelände ist es laut EEW schwierig, unter Corona-Auflagen eine Einwohnerversammlung durchzuführen.
Auf dem Werksgelände ist es laut EEW schwierig, unter Corona-Auflagen eine Einwohnerversammlung durchzuführen. EEW Energy from Waste GmbH
Stavenhagen

Die Pastoren aus Stavenhagen und Ivenack wollten vermitteln. Sie boten ihre Hilfe und Moderation an, um Differenzen zur geplanten Klärschlammverbrennungsanlage in der Schultetusstraße auszuräumen. Unternehmensleitung und Anwohner sollten aufeinanderzugehen. Denn Kristian Herrmann und Eckhard Gebser hatten viele negative Stimmen in der Stadt und in der Gemeinde von Bürgern wahrgenommen, die sich um saubere Luft, um steigenden Verkehr und um Klimaschutz Sorgen machen.

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Doch am geplanten Gesprächstermin am morgigen Freitag, dem 10. September, wird es keine Einwohnerversammlung und auch kein Bürgergespräch geben, teilte Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos) mit. „Aus hygienischen Gründen kann die Veranstaltung nicht bei EEW stattfinden“, sagte er. Laut EEW sei das Treffen schwierig, um die systemrelevante Verbrennungsanlage nicht im Betrieb zu gefährden. Die Teilnehmerzahl müsste stark begrenzt werden. Besucher müssten sich schriftlich anmelden. Und weil es Anfang Oktober vielleicht schon Neuigkeiten zu verkünden gäbe, so der Bürgermeister, habe man nun entschieden, die Versammlung auf Oktober zu verschieben. Dann werde man in die Zweifelderhalle einladen.

Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen

Peter Ritter (Die Linke), Landtagsabgeordneter und Stadtfraktionschef, hat indes nicht viel Verständnis für eine Verschiebung. „Wenn es auf dem Gelände von EEW nicht geht, könnte die Versammlung auch auf einem großen freien Platz stattfinden“, meinte er. Das Wetter sei schön. Da brauche man nicht unbedingt einen Raum, wenn man Interesse hätte, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Dabei schaute Ritter zum Beispiel auf die Wiese am Bahnhof, von wo die Teilnehmer einen Blick auf die Baustelle für die Klärschlammverbrennung hätten. Er habe den Eindruck, dass man so eine Veranstaltung bei EEW nicht wolle. Denn es gebe seiner Meinung nach niemanden in der Stadt, der das Projekt befürwortet. Die Stadtvertreter hätten sogar drei Mal ein negatives Votum abgegeben.

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Dem widerspricht man bei EEW: Man sei gerne bereit, alle Interessierten über die Aktivitäten zu informieren und mit ihnen in Dialog zu treten. Das Unternehmen weist aber daraufhin, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist.

Stadt soll einladen

Unklar ist bis jetzt noch, wer genau eingeladen wird. In erster Linie seien die Bürger an der Schultetusstraße betroffen, so der Bürgermeister. Wenn man der Intension der Pastoren folgt, hätten sicherlich auch andere Stadtbewohner und Ivenacker Interesse, der Versammlung beizuwohnen. Darüber und über den genauen Termin müsse man sich noch abstimmen. Für EEW wäre es aber am einfachsten, wenn die Stadt einladen würden. Dann könnten 200 Personen teilnehmen, hieß es.

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Das Angebot, die Runde zu moderieren und den Prozess des Wieder-Ins-Gespräch-Kommens zu begleiten, steht natürlich noch immer, so Pastor Herrmann. Vielleicht werde er sich noch einen externen Moderator dazuholen. Pastor Eckhard Gebser werde im Oktober aber nicht mehr Pastor in Ivenack sein und nicht mehr dabei sein können.

EEW rechnet zeitnah mit einer endgültigen Genehmigung für die Anlage. Beim Stalu in Neubrandenburg nennt man indes noch keinen Termin.

 

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Kommentare (3)

Auf der einen Seite machen wir die Modernsten Kohlekraftwerke der Welt zu und auf der anderen Seite bauen jene, die von CO2 schwafeln fast in jeder größeren Stadt, Hamburg, Bremen, Magdeburg etc. neue Blöcke (heißt eigentlich neue Kraftwerke) bei den Müllverbrennungsanlagen, welche bei zu wenig Müll mit Öl betrieben werden. Das Zeigt, das diese ganze Diskussion so etwas von Verlogen ist und es nur darum geht, dem Bürger die letzte Kohle aus der Tasche zu ziehen und das Leben der Masse mit immer mehr Blödsinn zu verkomplizieren!

haben keine Müllverbrennungsanlagen. Schon gar nicht mit Filtern. Das sieht man dort und man riecht es. Waren Sie shon mal in Indien? AusMüll Wärme zu mahen ist doppelt sinnvoll.

👌👌👍