Auf dem Gelände der Stavenhagener Kläranlage werden für die neue Abluftbehandlungsanlage rund 140 Meter Rohre v
Auf dem Gelände der Stavenhagener Kläranlage werden für die neue Abluftbehandlungsanlage rund 140 Meter Rohre verlegt. Eine Warener Firma hat die Arbeiten übernommen. Kirsten Gehrke
Peter Dammann vom Abwasserzweckverband zeigt die Pläne, wo die neue „Gaswäsche“ entstehen soll.
Peter Dammann vom Abwasserzweckverband zeigt die Pläne, wo die neue „Gaswäsche“ entstehen soll. Kirsten Gehrke
Klärwerk

Stavenhagener müssen Gestank noch eine Weile ertragen

Eine neue Gaswäsche soll dafür sorgen, dass es bei ungünstigen Wetterlagen vom Klärwerk in Stavenhagen nicht mehr so stinkt. Trotz erster Bauarbeiten ist aber noch Geduld gefragt.
Stavenhagen

Die Wetterlage war in den vergangenen Tagen gerade wieder ungünstig. Morgens Nebel und Windstille. Was das heißt, merken die Stavenhagener in der Nase, wenn unangenehme Gerüche von der Kläranlage in die Stadt ziehen. Seit Jahren ist das ein Problem. Und ein bisschen müssen die Reuterstädter den Gestank weiter ertragen. Die neue Abluftbehandlungsanlage, die künftig mittels Wasser und Chemikalien das Abwasser reinigen soll, lässt nämlich noch auf sich warten.

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Zwar laufen gegenwärtig schon Bauarbeiten auf dem Gelände der Kläranlage, doch das passiert erst in Vorbereitung. Wie Peter Dammann, Leiter für Investitionen im Wasser- und Abwasserzweckverband Malchin-Stavenhagen, erklärte, werden gegenwärtig auf rund 140 Metern neue Rohrleitungen verlegt, mit einem Durchmesser von 150 bis 250 Millimeter.

Gaswäsche soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen

Durch diese „Schläuche“ soll künftig die stark belastete Abluft, also die, die am intensivsten riecht, zur neuen Behandlungsanlage gefördert werden. „Hierfür brauchten wir keine Baugenehmigung“, sagte Dammann. Für die Errichtung des Gaswäsche-Turms sei diese jedoch erforderlich. Die wurde im September 2021 beantragt. Derzeit werde ein Gutachten erstellt, das im April vorliegen soll. Das soll die ordnungsgemäße Planung der Abluftbehandlung bestätigen. Hintergrund sei die am 1.  Dezember in Kraft getretene aktualisierte TA Luft (die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft), die im Immissionsschutzgesetz an den fortgeschrittenen Stand der Technik angepasst worden war. Wenn das Papier vorliege, hoffe der Verband, dass er danach eine Baugenehmigung für die Anlage erhält.

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Ob dann aber nach Ausschreibung der Leistungen gleich Betriebe für den Bau gefunden werden oder ob es Engpässe beim Material gibt, könne derzeit jedoch keiner sagen. Im Moment wisse niemand, wohin die Reise, auch bei den Preisen, geht, so Dammann. „Wir hoffen, dass das Geld reicht.“ Die Planungen gehen von rund 900.000 Euro Baukosten aus. Ziel bleibe es aber, dass dieses Jahr die Anlage in Betrieb geht und das Gestank-Problem dann gelöst ist. Bis dahin ändert sich nichts. Zunächst werden die neuen Rohrleitungen in das vorhandene System mit den drei Biofiltern eingebunden.

Technologie beim Kartoffelwerk bereits bewährt

Bei der Suche nach der Ursache für den immer wieder auftretenden Gestank in der Stadt, hatte man festgestellt, dass die drei Filter es nicht konstant schaffen, alle anfallenden Abwässer, sowohl aus Haushalten, als auch aus der Industrie, zu reinigen. Künftig werde nach schwach und stark belasteter Abluft unterschieden, was nichts anderes heißt, als dass das weniger stark riechende Abwasser weiter in den vorhandenen Biofiltern geklärt und das andere in der neuen Anlage „gewaschen“ wird. Von der „Gaswäsche“ komme es für eine zweite Behandlungsstufe in einen weiteren Biofilter.

Die Technologie sei vergleichbar mit der Gaswäsche, die es bereits für die Abwässer von Aviko Rixona, ehemals Pfanni, gibt. Während die Abluft von unten in den „Turm“ strömt, werden von oben Wasser und Chemikalien, wie Natronlauge und Wasserstoffperoxid, eingeleitet. „Im Gegenstrom werden die Geruchsstoffe ausgewaschen“, erklärte Dammann. Das sei ein erprobtes Verfahren.

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