TRABI-TOUR

Stavenhagener Osteuropa-Fahrer forderten Grenzposten heraus

Martin Hofmann und Mirko Kizina sind von ihrer Trabi-Tour durch Osteuropa zurückgekehrt. Sie überquerten illegal eine Grenze und standen tief in russischem Wasser.
Martin Hofmann (rechts) und Mirko Kizina sind am Montag nach fast 10.000 Kilometern wieder heil und vor allem pünktlich in Stavenhagen gelandet.
Martin Hofmann (rechts) und Mirko Kizina sind am Montag nach fast 10.000 Kilometern wieder heil und vor allem pünktlich in Stavenhagen gelandet. Eckhard Kruse
Der Kasbek mit einer Höhe von 5047 Metern und die Dreifaltigkeits-Kirche in Georgien.
Der Kasbek mit einer Höhe von 5047 Metern und die Dreifaltigkeits-Kirche in Georgien. Martin Hofmann
Die weißrussische Polizei kontrollierte das ungewöhnliche Auto.
Die weißrussische Polizei kontrollierte das ungewöhnliche Auto. Martin Hofmann
Pause am Straßenrand in Kasachstan.
Pause am Straßenrand in Kasachstan. Mirko Kizina
Stavenhagen.

Mirko Kizina und Martin Hofmann haben es tatsächlich geschafft. Nach genau 9824 Kilometern auf den Trabi-Reifen und mindestens genauso vielen Erlebnissen in Ost- und Südeuropa sind sie am Montagnachmittag pünktlich nach 14 Tagen zurück auf dem Stavenhagener Marktplatz angekommen.

Das hatten sich beide vorgenommen. Und weil sie das geschafft haben, können sich die Bambini-Kicker des Gielower Fußballvereins über 845 Euro von verschiedenen Sponsoren freuen.

Nach Kasachstan und Georgien

Am 1. Oktober waren die Betreiber des Café Fritz in Stavenhagen zu dieser Tour durch halb Europa aufgebrochen. Mit dem Trabi wollten sie die Straßen von Polen, Weißrussland, der Ukraine, von Russland oder Kasachstan erobern. Weiter sollte es nach Georgien, in die Türkei, nach Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und zurück nach Deutschland gehen.

Es hat auch geklappt. „Wir haben nur Österreich dazu genommen, weil es zwischendurch einen Stau gab”, sagte Mirko Kizina. Damit durchquerten sie inklusive Deutschland 16 Länder.

Zwei Zündkerzen gewechselt

„Der Trabi hat prima durchgehalten”, schwärmten sie und machten mit dieser Aussage allen einen Strich durch die Rechnung, die nach so einer langen Tour auf einen vollkommen verbauten und reparierten Trabi wie im Film „Go, Trabi go” gesetzt hatten. „Wir mussten nur zwei Zündkerzen auswechseln”, sagte Martin Hofmann.

Die beiden haben die Tour auch unbeschadet überstanden. Doch es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre womöglich auf sie geschossen worden. „Das war an der rumänisch-moldawischen Grenze”, erzählte Kizina. Mit ihrem Trabi seien sie aus Versehen und ohne zu stoppen über die Grenze gefahren.

Grenzer zogen Pistolen

Das habe den Posten gar nicht gefallen. Sie hätten gleich ihre Pistolen gezückt und geschrien. Dabei sei die Ampel an der Grenze auf Grün gewesen, wunderte sich Hofmann noch nach der Rückkehr in Stavenhagen.

Sie berichteten von vielen bewaffneten Sicherheitskontrollen in Tschetschenien und von furchtbar löchrigen Straßen südlich von Wolgograd. Hier mussten sie zu allem Übel noch eine Umleitungsstrecke fahren.

Tiefe Pfützen

Auf dieser Strecke hatte es aber so stark gegossen, dass sie den Trabi durch 50 bis 60 Zentimeter tiefe Pfützen peitschen mussten. Die Rennpappe sei trotz allem nicht abgesoffen. „Da haben wir Glück gehabt”, sagte Martin Hofmann.

Doch dieser Tag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern je Stunde habe tempomäßig auch ihren Negativrekord markiert. Insgesamt seien sie auf 70 km/h gekommen.

60 Cent für den Liter Benzin

Ihr Trabant habe immer schön das selbst gemischte Benzin geschluckt. „Das war in Kasachstan am billigsten”, erzählte Hofmann. 60 Cent hätten sie hier umgerechnet für den Liter Benzin hinblättern müssen. Günstig sei es aber auch in Russland mit 80 Cent je Liter gewesen.

„Ein Highlight war für uns Georgien”, betonte Martin Hofmann. Beide schwärmten von der Natur und von der Schwarz-Meer-Umrundung. Und auch Istanbul wird ihnen in Erinnerung bleiben.

Beengtes Sitzen

Trotz der vielen Erlebnisse waren sie dennoch froh, endlich wieder aus dem Trabant aussteigen und ihr Beine ausstrecken zu können. Denn im Trabi sitzt man seit jeher ziemlich beengt, wie jeder gelernte DDR-Bürger noch weiß.

Mirko Kizina sieht aber etwas anders aus als zuvor. In der Türkei ist er – allerdings ganz freiwillig – seinen langen Bart und seine Haare losgeworden. Martin Hofmann hat indes beides noch.

Fahrt für guten Zweck

Die beiden Tourfahrer hatten sich zuvor Sponsoren gesucht, um auch für einen guten Zweck zu fahren. Ein Unternehmer zahlte eine Summe pro 100 Kilometer, andere legten 5 Cent je Kilometer drauf. Das Geld geht, wie gesagt, an die Gielower Bambinis.

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