Seltener Greifvogel

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Stavenhagener Schreiadler brüten gegen Windgebiet an

Die Schreiadler engagieren sich ganz unbewusst gegen die Ausweisung eines Windgebiets bei Stavenhagen. Sie brüten einfach. (Symbolbild)
Die Schreiadler engagieren sich ganz unbewusst gegen die Ausweisung eines Windgebiets bei Stavenhagen. Sie brüten einfach. (Symbolbild)
Patrick Pleul

Nördlich von Stavenhagen gibt schon drei Schreiadlerpaare. Nun bestätigte das Landesamt, dass das Auswirkungen auf das neue Windgebiet haben könnte.

Dass das neu geplante Windkraftgebiet westlich von Stavenhagen gar nicht erst ausgewiesen wird, das wird immer wahrscheinlicher. Denn der Direktor des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow bestätigte nun eine Information des Stavenhagener Bürgermeisters.

Bernd Mahnke hatte in der vergangenen Stadtvertretersitzung verkündet, dass das Windgebiet an der B 104 zwischen Stavenhagen und Kölpin wegen eines neuen Schreiadler-Vorkommens mit großer Wahrscheinlichkeit gestrichen wird.

Erfolgreich gebrütet

Diese Entscheidung trifft am Ende nicht LUNG-Direktor Dr. Harald Stegemann. Doch er weiß, dass ein neues Adlerpaar im Nordwesten der Stadt ausgemacht worden ist. Es habe in diesem Jahr sogar erfolgreich gebrütet.

„Ein Jungadler wurde beringt”, notierte Stegemann. Damit gebe es nun schon drei Schreiadlerpaare im Norden der Reuterstadt. Sie hätten sich 2011, 2016 und 2017 angesiedelt.

Tabubereich wird größer

Die Drei-Kilometer-Schutzzone um den Bruthorst des neuesten Adlerpaares reiche damit weit in das geplante Eignungsgebiet GEW 9 hinein. Aktuell würden die Schreiadlerschutzareale aktualisiert.

Stegemann geht davon aus, dass mit der Ausweisung dieser Schutzzonen sich der Tabubereich für Windräder noch weiter vergrößern wird und die Windeignungsfläche dann noch deutlicher innerhalb des Tabubereiches liegen wird.

Noch keine Sicherheit

Bettina Kern aus Markow in der Gemeinde Ivenack, die sich mit anderen für Greifvogelschutz, Biotope und gegen Windkraftanlagen engagiert, kennt die genannten Horste. Derzeit laufe aber gerade die öffentliche Auslegung des aktualisierten Raumordnungsprogramms Seenplatte.

Stellungnahmen könnten eingereicht werden. Derzeit dürfe man sich aber nicht sicher sein, dass das Stavenhagener Windkraftgebiet wegfallen wird. Das wisse man erst mit dem endgültigen Beschluss des Planungsverbands.

Kommentare (3)

brütet in Deutschland nur in Vorpommern und vereinzelt im angrenzenden Mecklenburg und Brandenburg.

ist ein lebendes Denkmal der Region! Nicht nur als Wappenvogel Pommerns! Er ist sehr viel seltener und gefährdeter als der Seeadler.

Das die Brutbaeume so uberwacht werden um Schaden von den Tieren fern zu halten und diese auch fuer weitere Bruten erhalten bleiben!