Alle 15 Minuten einmal Mecklenburg und zurück. Vom vorpommerschen Verchen setzt die Fähre hinüber zur Aalbude.
Alle 15 Minuten einmal Mecklenburg und zurück. Vom vorpommerschen Verchen setzt die Fähre hinüber zur Aalbude. Wenn es die 40 Meter lange Fährverbindung nicht gäbe, müssten etwa Radwanderer einen 30 Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen. Foto: T. Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Tourismus

Steht die Fähre Aalbude vor dem Aus?

Nur ein Sommer-Gerücht oder ist mehr daran? Angeblich soll die Peene-Fähre im nächsten Jahr für immer aus dem Wasser geholt werden.
Aalbude

Wird die Fähre an der Aalbude ihren Betrieb einstellen? Der unter der Flagge der Busgesellschaft MVVG ständig ins vorpommersche Verchen wechselnde Katamaran ist immer wieder derlei Gerüchten ausgesetzt.So auch in diesem Sommer. Wer dann von einem zum anderen Peene-Ufer gelangen möchte, müsste einen etwa 30 Kilometer langen Umweg in Kauf nehmen. Neu sind solche Überlegungen nicht. Geld verdienen lässt sich mit der zwei Minuten dauernden Überfahrt nämlich nicht, jedenfalls nicht so viel, dass das kleine Schiffchen kostendeckend unterwegs sein könnte. Kein Wunder also, dass Sparfüchse beim Landkreis Seenplatte – dem Gesellschafter des Busunternehmens – immer mal wieder einen kritischen Blick auf die Aalbude werfen.

Bürgermeister spricht von „Falschinformation”

Und so war jetzt sogar in der Stadtvertretung von Dargun – zu dessen Hoheitsgebiet die Aalbude gehört – die Rede davon, dass es „die Fähre vielleicht auch nicht mehr lange gibt“, wie Bürgervorsteherin Susan Schwebke ihrer Befürchtung Ausdruck verlieh. „Wenn die Fähre weg ist, haben wir richtig ein Problem“, meinte die Dargunerin. Bürgermeister Sirko Wellnitz warf zwar sofort den Rettungsring und sprach von einer „Falschinformation“. Zweifel jedoch blieben. Zumal auch der Bürgermeister von einer Internetseite wusste, die der Aalbude-Fähre nur noch bis zum Jahr 2023 eine Überlebens-Chance eingeräumt habe.

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Also nun doch? Die Aalbude ohne Fähre? Droht dem Tourismus am Kummerower See ein heftiger Rückschlag?

Fähre ist ein Verlustgeschäft

Mit Sicherheit beantworten kann die Frage Torsten Grahn, Geschäftsführer der kreiseigenen Mecklenburgisch-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft und damit Chef von fast 200 Bussen und eben einer Fähre. Natürlich sei die Aalbude-Fähre ein Verlustgeschäft, sagt Grahn. „Aber so lange der Landkreis diese Verbindung will, werden wir sie auch behalten. Und der Landkreis will, dass die Fähre weiter in Betrieb bleibt“, stellt Grahn klar und versichert: „Es gibt keinen Plan, die Fähre einzustellen.“ Und dennoch wünscht sich der MVVG-Chef eine Veränderung. „Wir würden gern auf eine Elektrofähre umstellen“, erklärt Grahn. Der Grenzgänger zwischen Aalbude und Verchen wird derzeit noch mit einem Dieselmotor angetrieben. Auf einen Förderantrag für eine Elektrofähre habe das Unternehmen eine Absage erhalten. Und selbst wenn doch einmal Fördermittel fließen würden, müsste die Busgesellschaft für einen elektrischen Fährbetrieb wohl noch einen erheblichen Eigenanteil dazu steuern.

Wobei der Preistreiber auf der kurzen Distanz gar nicht mal so sehr der Sprit ist. Vielmehr schlagen die Personalkosten zu Buche. „Wir brauchen hier immerhin einen ausgebildeten Fährmann mit einem entsprechenden Führerschein“, erklärt der Geschäftsführer eine weitere Besonderheit seiner wohl originellsten Transportlinie zwischen Mecklenburg und Vorpommern.

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