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Straßenbau kommt auf Touren

In Neukalen hat der jahrelange Straßenbau die Endphase erreicht. Der dritte Bau-Abschnitt soll bis Mitte des Jahres fertig sein.
In Neukalen hat der jahrelange Straßenbau die Endphase erreicht. Der dritte Bau-Abschnitt soll bis Mitte des Jahres fertig sein.
Carsten Büttner

So schlimm wie in den vergangenen Jahren werden die Bauarbeiten den Verkehr in der Mecklenburgischen Schweiz 2015 wohl nicht ausbremsen. Bevor es an die Reparaturen geht, hatten die Straßenwärter aber noch eine andere tonnenschwere Aufgabe.

Kaum sind die Sommerreifen aufgezogen und die Straßen liegen im lang erwarteten Sonnenschein vor einem, rücken die Straßenbauer an. Da fühlt sich mancher ausgebremst und Stress kommt auf. Allerdings halten sich die Großbaustellen in der Mecklenburgischen Schweiz in diesem Sommer in überschaubaren Grenzen. Im Malchiner Bereich ist bisher nur der Klosterdamm in Dargun bekannt, der ab Juni für etwa ein halbes Jahr voll gesperrt werden soll. Bis dahin soll die komplette Ortsdurchfahrt bei den Nachbarn in Neukalen fertig sein.

Zur Baustelle wird des Weiteren die B 108 zwischen Teterow und Thürkow. Hier wird der Belag abgefräst und neu aufgezogen. Drei Wochen veranschlagt Frank Polland, Leiter der Straßenmeisterei Teterow, dafür. Ein Rest ist noch an der B 110 in Gnoien zu tun. Auf dem Abschnitt zwischen der Warbelbrücke und dem Abzweig nach Altkalen wird der Belag gleichfalls komplett erneuert.

Derzeit trieben allerdings ganz andere Probleme die Straßenwärter um. Zwei Wochen lang waren sie zum Müllsammeln entlang der Bundes- und Landesstraßen ausgeschwärmt.  „Letztlich haben wir elf Tonnen Müll abgefahren. Es ist unvorstellbar, was Leute in den Straßengraben schmeißen“, kann Frank Polland kann nur verständnislos den Kopf schütteln. "Das reicht vom Damenschlüpfer bis zu gewerblichem Sondermüll."

Völlig neue Straße für Recknitz-Kaserne

Natürlich gehört die Reinigung der Gräben entlang der knapp 200 Kilometer Straßen, die in seinen Wirkungskreis fallen, zu den Routineaufgaben. „Letztlich geht es darum, dass die Gräben das Wasser von den Straßen zügig ableiten, damit der Unterbau keinen Schaden nimmt. Immer öfter mussten wir in jüngster Zeit beispielsweise Auffahrten zu Äckern oder Grünland öffnen, weil die Durchlässe durch Unrat verstopft waren“, schildert der Straßenmeister. Der wachsende Reinigungsaufwand koste Zeit und Geld, das für andere Instandhaltungsarbeiten sinnvoller einzusetzen wäre.

Da steht aktuell die Risssanierung auf der Tagesordnung. Dabei werden Fugen im Asphalt vergossen, damit sich dort kein Wasser ansammeln kann und zu größerer Erosion der Fahrbahn führt. Nachfolgend rücken die Reparaturzüge an und flicken. Wenn die Temperaturen demnächst wieder in den zweistelligen Bereich klettern, werden auch die Fahrbahnmarkierungen erneuert.

Im Amt Gnoien steht die L 23 im Plan. Hier soll neben der bestehenden Allee zwischen der Ausbildungsstellung Warbelow der Bundeswehr und der Recknitztal-Kaserne bei Bad Sülze streckenweise eine völlig neue Straße gebaut werden. Für die großen Militärfahrzeuge ist die derzeitige Allee viel zu eng. Der Bund trägt deshalb auch einen Teil der Kosten. Geplant wird schon seit fast zehn Jahren, doch ein Termin für den Baustart steht noch nicht.