Straßenwärter montieren auch Verkehrsschilder – die Arbeit birgt angesichts des Verkehrs auf den Straße
Straßenwärter montieren auch Verkehrsschilder – die Arbeit birgt angesichts des Verkehrs auf den Straßen auch Gefahren. Jens Büttner
Christina Bleidorn (M.) hat für ihre bestandene Prüfung von ihrem Ausbilder Steffen Weber und der Bereichsleiterin N
Christina Bleidorn (M.) hat für ihre bestandene Prüfung von ihrem Ausbilder Steffen Weber und der Bereichsleiterin im überbetrieblichen Ausbildungsbetrieb Deula, Nicol Prüter, noch eine kleine Aufmerksamkeit erhalten. Nadine Schuldt
Der Malchiner Till Breitsprecher und der Grimmener Jannes Block mögen die Vielfältigkeit des Straßenwärte
Der Malchiner Till Breitsprecher und der Grimmener Jannes Block mögen die Vielfältigkeit des Straßenwärter-Berufes. Nadine Schuldt
Ausbildung beendet

Straßenwärter-Job birgt für Berufseinsteiger auch Gefahren

Damit Autofahrer problemlos auf den hiesigen Straßen vorwärtskommen, sind Straßenwärter ständig im Einsatz. Nun gibt es 14 neue Kollegen im Land.
Teterow

Am Mittwoch noch Lehrling, nun feste Arbeitskraft: 14 Auszubildende zum Straßenwärter treten nach ihrer Freisprechung im Teterower Rathaus am Donnerstag gleich ihre Arbeit in den verschiedenen Straßenmeistereien in Mecklenburg-Vorpommern an. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr übernimmt alle Lehrlinge.

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Vielfältige Aufgaben für die Straßenmeisterei

Der Malchiner Till Breitsprecher hat sich für die Straßenmeisterei Stavenhagen entschieden. Dass er überhaupt den Beruf ausgewählt hat, habe mit dessen Vielfältigkeit zu tun, erzählt er. So arbeiten sie unter anderem mit einem Freischneider, fällen mitunter Bäume, sind in einem Unimog unterwegs oder müssen auch mal einen Ladekran bedienen, schildert Breitsprecher nach der festlichen Veranstaltung.

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Bei der Freisprechung war auch Wirtschafts- und Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse dabei. Sie bezeichnete die Arbeit als verantwortungsvolle Aufgabe. „Die Wärter bilden die Basis für die Mobilität auf unseren Straßen und Radwegen“, erklärte Jesse. Denn Straßenwärter sorgen im Winter nicht nur für schneefreie Straßen, sondern beherrschen auch Grünpflegearbeiten, sichern Baustellen ab oder richten Verkehrsschilder ein.

Brenzliger Augenblick

Allerdings ist dieser Job nicht immer ganz ungefährlich. Denn eine Unachtsamkeit kann böse Folgen haben. „Die Leute schauen immer mehr auf ihre Handys“, weiß Thomas Plaszcyk von der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten. Bleibt gesund, wünschte er den Auszubildenden daher er mit Blick auf ihr künftiges Berufsleben.

Einen brenzligen Augenblick hat auch der Malchiner Till Breitsprecher in seiner Ausbildung erlebt. „Ich hatte Laub gemäht. Weil es auf die Straße geweht war, wollte ich mit dem Laubbläser die Straße wieder reinigen.“ Als er sich dann umdrehte, habe ein Lkw nur gut einen Meter hinter ihm gestanden, schildert der Malchiner. Das sei bislang die einzige heikle Situation gewesen. Wenn ein Kollege an der Straße arbeite, passe man auf, dass niemand einen Schritt zu weit in den Gegenverkehr gehe, erklärt der 19-Jährige.

Eine Frau ist auch dabei

Man müsse immer einen Blick auf die Straße und einen auf den Kollegen haben, findet auch Christina Bleidorn. Sie war die einzige Frau unter den Straßenwärter-Auszubildenden. Auch sie schätze am Beruf des Straßenwärters die Abwechslung. „Man arbeitet im Freien und hat auch mit Technik wie beispielsweise einer Motorsäge zu tun“, sagt Bleidorn. Für die ruhige Frau ist es schon die zweite Ausbildung. Denn zuvor hat sie als Bäckerin gearbeitet. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste sie diesen Job aufgeben. Also suchte sie sich eine neue Aufgabe. Berufskraftfahrer für Lkw oder Bus hatte sie auch noch in den Blick genommen. Doch wegen der Bandbreite im Straßenwärter-Beruf entschied sie sich schließlich dafür. Dass sie nun in einer Männer-Domäne tätig sei, ist für sie kein Problem. Auch in der Bäckerei habe sie immer mit Männern zusammengearbeitet. Das sei nichts Neues mehr. „Damals, aber auch bei der Straßenwärter-Ausbildung bin ich mit ihnen immer kumpelhaft ausgekommen“, erzählt sie.

Online-Unterricht wegen Corona

Überschattet wurde die Ausbildungszeit bei allen Lehrlingen von der Corona-Pandemie. „Statt Berufsschule hatten wir dann Online-Unterricht“, sagt Christina Bleidorn. Während sie während der Pandemie in ihrem Betrieb weiter arbeiten konnte, wurde Till Breitsprecher nach Hause geschickt. Allerdings seien einige Inhalte der Praxis in der überbetrieblichen Ausbildung aufgegriffen worden, erzählt der Malchiner. Er freut sich nun auf die Arbeit in der Straßenmeisterei Stavenhagen.

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