NACH ÄRGER MIT TETEROWER JUGENDLICHEN

Streetworkerin macht sich an die Arbeit

Vertrauen aufbauen, ist ein langer Weg, weiß Debora. Sie versteht sich in Teterow als Anwalt der Jugendlichen, setzt auf Dialog und knüpft natürlich auch erst einmal Kontakte.
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
Treff im Jugendklub „Indalo“ des CJD Nord. Mit Klubleiter Karsten Malitz und Eric Brocks, der während seiner Ausbildung zum Erzieher gerade ein Praktikum im Jugendklub macht, sprach Debora über ihre Arbeit als Streetworker.
Treff im Jugendklub „Indalo“ des CJD Nord. Mit Klubleiter Karsten Malitz und Eric Brocks, der während seiner Ausbildung zum Erzieher gerade ein Praktikum im Jugendklub macht, sprach Debora über ihre Arbeit als Streetworker. Simone Pagenkopf
Teterow.

So sollte es nicht weitergehen: Im vergangenen Jahr war der Ärger mit Jugendlichen in Teterow eskaliert. An der Grundschule auf dem Schulkamp wurde immer wieder gelärmt und das Schulareal mit zerschlagenen Flaschen und mehr vermüllt.

Anfang November hatte sich die Polizei zwölf Jugendliche vorgeknöpft. Die Stadt entschied sich, dem Sozialwerk der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde einen Zuschuss für den Einsatz eines Streetworkers zu geben. Jetzt ist er da. Besser gesagt sie. Debora übernimmt die sogenannte aufsuchende Jugendarbeit in der Stadt.

Die 22-Jährige ist Teterowerin. Sie hat soziale Arbeit studiert und macht an der Hochschule in Wismar berufsbegleitend ihren Master in Integrativer Stadt-Land-Entwicklung. Seit Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich in Jugendinitiativen, zum Beispiel bei Power On, in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, beim Sozialwerk.

Jugendlichen zuhören

„Ich finde es spannend, die Meinungen von Kindern und Jugendlichen mit anzuhören und möchte in meiner Arbeit erreichen, Barrieren zu beseitigen und Gemeinschaft zwischen Menschen verschiedener Herkünfte und Generationen entstehen zu lassen“, sagt sie. „Es kommt wirklich auf den Dialog an, man muss ganz einfach wissen, was wollen die Seiten. Dann kann man Lösungen finden“, fügt sie hinzu.

Als Streetworker versteht sich Debora als Anwalt der Jugendlichen, der ihre Interessen vertritt, sie unterstützt. Dafür müsse man vor Ort sein. „Anders kann man nicht in Kontakt kommen, um herauszufinden, was junge Menschen wollen, was sie interessiert, was ihnen wichtig ist in ihrer Stadt, und um zu zeigen, dass man mit Eigenengagement etwas bewirken kann.“ Wobei ihr klar ist: „Manchen kann man helfen, manche wollen aber auch nicht.“

Nicht der lange Arm der Polizei

Das Frühjahr und der Sommer stehen vor der Tür. Dann seien Jugendliche auch wieder mehr draußen. Sich kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen, sei ein langer Weg, weiß Debora. Zugleich knüpft sie Kontakte zu Netzwerk-Partnern, war unter anderem schon im Jugendklub „Indalo“ des CJD Nord, in den Schulen, im Regenbogenhaus und in Gespräch mit Jugendinitiativen vor Ort. Und natürlich arbeitet sie auch mit Ordnungsbehörden zusammen, stellt aber klar: „Ich bin nicht der lange Arm der Polizei und des Ordnungsamtes.“

Um die Streetworkerin zu erreichen, gibt es schon mal einen festen Anlaufpunkt. Dienstags von 14 bis 18 Uhr hat sie Sprechtag im Sozialwerk in der Niels-Stensen-Straße – für Jugendliche, für Eltern, für Netzwerk-Partner. Insgesamt ist sie in der Woche 20 Stunden im Einsatz. Der Vertrag ist erst einmal bis Ende nächsten Jahres befristet, mit Option auf Verlängerung.

In Malchin wird indes noch ein Streetworker gesucht. Dort ist die Stelle mit 35 Wochenstunden zunächst bis Ende dieses Jahres befristet.

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