KLEINGÄRTEN

Streit um Kleingärten in Teterow tobt weiter

Die Kleingärtner wollen es, die Stadtvertreter auch: Teterow soll den Pachtvertrag mit einem Kleingartenverband kündigen. Der Bürgermeister sieht dafür aber keinen Grund.
So sieht echte Kleingartenidylle aus. Doch der Schein trügt. Seit Monaten bewegt ein Streit die Gemüter der Teterowe
So sieht echte Kleingartenidylle aus. Doch der Schein trügt. Seit Monaten bewegt ein Streit die Gemüter der Teterower Laubenpieper. Thomas Koch
Teterow ·

Auf der Tagesordnung steht er heute nicht bei der Sitzung des Hauptausschusses im Teterower Rathaus. Dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein seit Monaten währender Streit wieder zum Thema wird. Um was geht es? Noch vor der Sommerpause hatten die Abgeordneten mit großer Mehrheit beschlossen, dass der Bürgermeister den Vertrag zwischen der Stadt und dem Kreisverband der Kleingartenfreunde Güstrow e. V. kündigen soll.

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Der Grund: Teterows Laubenpieper sehen sich vom Verband nicht hinreichend vertreten, fühlen sich schon längst nicht mehr als Herr im eigenen Garten. Sie hätten weder Mitsprache bei der Vergabe von Parzellen, noch seien sie befugt, Kündigungen entgegenzunehmen. Dem Verband aus der Kreisstadt werfen sie zudem vor, sich nicht hinreichend um die Vermüllung vieler Gartengrundstücke zu kümmern. Die Abgeordneten haben sie auf ihrer Seite. Allerdings nicht den Bürgermeister.

Widerspruch gegen Stadtvertreterbeschluss

Der hat nämlich Widerspruch gegen den Beschluss seiner Stadtvertreter eingelegt. Und offenbar sieht es nicht danach aus, dass Andreas Lange an seiner Meinung etwas ändert. Das hat er jetzt noch einmal gegenüber dem Nordkurier bekräftigt. Für den Rathauschef sei es nach wie vor nicht ersichtlich, welche Vertragspflichten der Kreisverband gegenüber der Stadt Teterow verletzt haben könnte. Nach seiner Ansicht gebe es weder Gründe, die eine außerordentliche Kündigung des Vertrages rechtfertigen, noch welche für eine ordentliche Kündigung.

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Das Vertrauensverhältnis zwischen Stadt und Güstrower Verband sieht Lange nicht gestört. Auch Vertragspflichten seien nicht verletzt worden. Nur wenn es so wäre, könnte die Stadt außerordentlich aus dem Vertrag aussteigen. Und wie schaut es mit einer ordentlichen Kündigung aus? Schlecht, meint der Bürgermeister. Auch hier seien die im Bundeskleingartengesetz festgeschriebenen Tatbestände nicht erfüllt.

Bürgermeister fehlt bei Treffen der Arbeitsgruppe

Um Bewegung in den festgefahrenen Streit zu bringen, hatte man sich im Hauptausschuss darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe zu bilden. Dem Gremium gehören der Bürgermeister, Abgeordnete und Vertreter der Teterower Kleingartenvereine an. Die Gruppe habe sich bereits getroffen, der Bürgermeister sei allerdings nicht dabei gewesen. Ohnehin beklagen sich die Kleingärtner über mangelnde Kommunikation mit dem Rathauschef. „Wir haben ihn immer wieder eingeladen, aber vergeblich“, ist Andreas Ritschel von der Anlage „Röseland“ enttäuscht. Er hätte die Argumenation des Bürgermeisters ganz gerne mal aus erster Hand erfahren und die Lage aus Sicht der Kleingärtner geschildert.

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In Sachen Kommunikation gelobt Andreas Lange jetzt Besserung. Gegenüber dem Nordkurier hat er angekündigt, das Gespräch mit den Teterower Kleingärtnern suchen zu wollen.

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