LANDWIRTSCHAFT

Super-Dünger aus Teterow

Die Firma GeoFert hat hocheffektive Substanzen entwickelt, die herkömmliche Dünger ersetzen können. Die Markteinführung steht bevor, doch es lauern Tücken.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Tommy Klein demonstriert an einer Grafik den Vergleich der Erträge bei Einsatz verschiedener Dünger. Die Studie wurd
Tommy Klein demonstriert an einer Grafik den Vergleich der Erträge bei Einsatz verschiedener Dünger. Die Studie wurde an der Universität Rostock erstellt. Eberhard Rogmann
Teterow.

„Wir haben etwas in den Händen, wonach jeder irgendwie sucht. Ein Goldschatz für die Landwirtschaft.“ Wenn Tommy Klein, Vertriebsleiter der Firma GeoFert, seinen Geschäftsführer zitiert, klingt das nicht unbedingt bescheiden. Das Produkt, von dem die Rede ist, macht indes einen ziemlich unscheinbaren Eindruck. Es handelt sich um ein feinkörniges Granulat. Seine inneren Werte sind das Entscheidende. Diese könnten eine gravierende Wende bei der Düngung landwirtschaftlicher Kulturen einleiten.

Seit Jahren läuten hierzulande die Alarmglocken ob der starken Nitratbelastung von Böden und Gewässern. Als ein Hauptverursacher gilt die Landwirtschaft. Wiederholt hat die Bundesregierung angesichts drohender Strafzahlungen der EU die Düngeverordnung verschärft. Mittlerweile sind rote Zonen ausgewiesen worden, wo überhaupt kein Dünger mehr ausgebracht werden darf. Zumindest keine Dünger herkömmlicher Art wie Mineralsalze oder Gülle.

Höhere Ausbeute in Biogasanlagen

Hier bietet GeoFert eine Alternative. Sein Produkt besteht aus drei Komponenten: Zum einen Zeolith, ein poröses Vulkangestein als Träger- und Speichersubstanz. Dem werden spezielle Mikroorganismen zugesetzt. Diese erfüllen verschiedene Funktionen. Sie binden den in der Luft reichlich vorhandenen Stickstoff und bereiten ihn so auf, dass Pflanzen ihn aufnehmen können. Andere Bakterien mobilisieren durch ihren Stoffwechsel Nährstoffe wie Kalium und Phosphor in einer Weise, dass sie für die Pflanzen verfügbar sind. Eine weitere Bakteriengruppe zersetzt Zellulose und schafft damit dringend notwendigen Humus. Die dritte Komponente ist ein huminstoffreiches Leonardit. Das verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern bindet auch schädliche Schwermetalle.

Soweit die Theorie, doch was sagt die Praxis? Erste Feldversuche durch die Mitscherlich Akademie für Bodenfruchtbarkeit MITAK zeigen Resultate, die aufhorchen lassen. Mit dem Produkt GeoFert2 wurden im Maisanbau 2018 Trockenmasseerträge erzielt, die im Mittel um 14,9 Prozent über dem durchschnittlichen Ertragsniveau lagen. In einzelnen Parzellen übertraf der Ertrag jene ausschließlich mit herkömmlichen Düngern behandelte Flächen um bis zu 66 Prozent. Doch die Stoffe können noch mehr. In einer speziellen Variante erhöhen sie die Gasausbeute in Biogasanlagen signifikant um etwa fünf Prozent. Das bescheinigt den Teterowern eine Studie der Universität Rostock.

Angesichts solcher Resultate sollte der Markt begierig sein auf das „Wundermittel“. Doch so einfach funktioniert das nicht – die Konkurrenz beargwöhnt vielversprechende Innovationen aufs Schärfste. Bittere Erfahrungen hat das Unternehmen mittlerweile machen müssen. Jetzt geht man deutlich vorsichtiger zu Werke. Wie Tommy Klein sagte, ist ein Patent beantragt. Unterstützung erhofft sich die Firma des Weiteren vonseiten des Landes. Der SPD-Landtagsabgeordnete Nils Saemann sicherte Tommy Klein zu, entsprechende Kontakte zu vermitteln.

 

 

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