Unsere Themenseiten

:

Tagesmütter springen in die Bresche

VonSimone PagenkopfEs ist eng in Kitas. Dennoch meint der Landkreis Rostock, den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllen zu ...

VonSimone Pagenkopf

Es ist eng in Kitas. Dennoch meint der Landkreis Rostock, den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllen zu können.

Teterow.Ausgelastet sind die Kindertagesstätten in Teterow. Für die Träger gut, für Eltern, die einen Platz für ihr Kind suchen, nicht. Im Fachausschuss für Jugend, Senioren und Soziales hakte Mathias Schmitus (CDU) schon mal nach, wie das ab dem 1. August werden soll, wenn Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben, die Plätze aber nicht reichen. Zumal Stadträtin Frauke Martens bestätigt, dass im Moment keine der vier Kindertagesstätten, die es in Teterow gibt, zusätzlich Kinder aufnehmen könne. Das geben die Gebäude gar nicht her. „Da muss doch irgendwann mal einer nicht richtig gerechnet haben, wie der Bedarf wirklich ist“, kommentiert Mathias Schmitus.
Rainer Boldt, Dezernent in der Güstrower Kreisverwaltung, teilt die Sorgen nicht ganz. „Im Landkreis gehen wir insgesamt davon aus, dass der Bedarf gedeckt werden kann“, sagt er. Räumt aber ein, dass es in einigen Orten in den Kindereinrichtungen Engpässe und damit Wartezeiten gibt. Teterow gehöre dazu, auch Güstrow. „Wir müssen sehen, ob wir nicht Alternativen finden.“ Heißt, dass Eltern einen Anspruch auf Betreuung, nicht aber auf eine Wunsch-Kita haben. „Wenn wir ein zumutbares Angebot nachweisen, haben wir unsere Pflicht erfüllt“, so Boldt. Es könnten auch Kindereinrichtungen auf den Dörfern angeboten werden, wo es oft freie Plätze gibt. Suchen sich Eltern, die in die Stadt zur Arbeit fahren, doch auch gern dort einen Kita-Platz für ihr Kind. „Teterow ist Mittelzentrum. Wir haben viele Kinder aus Dörfern“, ist von Frauke Martens zu erfahren. Rainer Boldt weiß, dass fast 1000 Kinder aus dem Landkreis in einer Kita in der Hansestadt betreut werden. „Vorrangig in der Region um Rostock werden wir Kapazitäten erweitern.“
Frühkindliche Betreuung erfolge aber nicht nur in der Krippe, auch darauf macht Boldt aufmerksam und verweist auf die Tagesmütter. „Da sehe ich auch noch Spielraum. Wir würden flexibel reagieren mit einer entsprechenden Ausweitung bei Tagesmüttern.“ Im Landkreis liege der Betreuungsgrad für Ein- bis Zweijährige teilweise bei über 90 Prozent.

Kontakt zur Autorin
s.pagenkopf@nordkurier.de