WC AM BUSBAHNHOF

Teterow sieht keinen Bedarf in Sachen Bedürfnis

Mal zu müssen, sei überzogenes Anspruchsdenken, heißt es. Insofern bleibt es wohl dabei: Man muss sich am (Bus)-Bahnhof irgendwie behelfen.
Silke Voß Silke Voß
Tanja Reetz aus Jördenstorf wartet gemeinsam mit zwei Frauen auf den Bus. Hoffentlich kommt er bald, denn sie sind Sonne,
Tanja Reetz aus Jördenstorf wartet gemeinsam mit zwei Frauen auf den Bus. Hoffentlich kommt er bald, denn sie sind Sonne, Wind, Regen und Staub der Baulaster ausgesetzt. Ein WC und einen Kiosk gibt es hier nicht. Silke Voß
Teterow.

Eine fehlende Stätte für Notdurft stößt etlichen Teterower bitter auf. Daher ist das Thema jetzt auf dem Tisch von Uwe Rethmeyer gelandet. Dabei hatte der Teterower Stadtrat bis davor noch geglaubt, dass WC-Belange eigentlich nicht sein Thema seien. Nach Nordkurier-Informationen sogar in Begleitung eines Polizisten, hatte er zu dem Problem den Bahnhof aufgesucht und sich ein Bild von der (Quellen)-Lage gemacht. „Eine Toilette ist dort nicht notwendig“, so sein Fazit, dass es ein Provisorium bis zur Fertigstellung des Bahnhofsplatzes nicht geben werde. Ja, mehr noch, ein solches zu verlangen, rühre von „überzogenem Anspruchsdenken“ her. Der Stadtrat ist ferner der Meinung, man müsse sein Bedürfnis auch mal anhalten können. Was andere offenbar nicht können oder wollen – denn etliche würden sich zwischen den Mülltonnen hinter dem Restaurant Moshack erleichtern. Derlei üble Manieren lägen nicht in seiner Verantwortung. Zudem: Ob das nicht eher Angelegenheit des Landkreises sei, die schließlich die Busgesellschaft betreibe?

Das übergeordnete Organ wiederum wies jedoch Haltestellen dem Aufgabenbereich der Kommunen zu, wie eine Anfrage beim Landkreis Rostock ergab. Ganz anders verantwortlich in dieser Angelegenheit fühlt sich dagegen offenbar der neue Rathaus-Vorsitzende. Denn noch aus seinem Urlaub heraus hat Bürgermeister Andreas Lange die WC-Mangelsituation zur Chefsache gemacht und zugesichert, sich bei Amtsantritt selbst um eine Antwort zu kümmern. Wenngleich mit dem gleichen Ergebnis: Während der Übergangssituation müssten die Leute in die Innenstadt laufen, um im entfernten Rathaus oder am Grünen Weg die öffentlichen Klos zu benutzen. Dass dafür nach Nordkurier-Informationen auch das weitaus näher gelegene katholische Pflegeheim St. Ansgar in Frage habe kommen sollen, wies dessen Leiterin Gesine Fox im Gespräch mit dem Nordkurier strikt zurück. Wenngleich die Christin Menschen in solcher Notsituation nie zurückweisen würde.

Stadtrat verweist auf seine Sprechzeiten

Einen weiteren Grund, keine Not-WC am Bahnhof zu schaffen, sieht Uwe Rethmeyer indes im Vandalismus und führt das Beispiel der nach nur zwei Wochen demolierten teuren Münztoilette am Ärztehaus in Teterow an. Zudem fürchtet er die Tricks einiger, die Ehrlichkeit scheuen – wie etwa jene, die am Naturbad ständig unterm Drehkreuz durchkrabbeln würden, um den Eintritt zu umgehen. Summa summarum: Wer Probleme habe, könne zu seinen Sprechzeiten ins Rathaus kommen.

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