Das sieht offenbar auch der „Kritiker“ – so heißt dieses Kunstwerk – sehr kritisch. Die Sitzbank
Das sieht offenbar auch der „Kritiker“ – so heißt dieses Kunstwerk – sehr kritisch. Die Sitzbank steht mit der Rückenlehne zum Teterower Mühlenteich. Thomas Koch
An der Giebelseite der Stadtmühle steht diese Bank. Sie grenzt unmittelbar an einen kleinen Parkplatz. Vielleicht ist das
An der Giebelseite der Stadtmühle steht diese Bank. Sie grenzt unmittelbar an einen kleinen Parkplatz. Vielleicht ist das der Grund, warum sich hier nur sehr selten jemand niederlässt. Thomas Koch
Schildbürger

Teterow und seine sinnlosen Sitzbänke

Über die Stadtgrenzen hinaus ist Teterow als „Schilda des Nordens“ bekannt. Und man sorgt dafür, dass die Stadt diesem Ruf gerecht bleibt.
Teterow

Für kleine Schelmereien sind die Teterower ja bekannt. Da haben sie – zumindest der Sage nach – doch tatsächlich einmal einen Ochsen mit einem Strick um den Hals am Malchiner Tor hochgezogen, weil es dort ordentlich was abzugrasen gab. Ganz zu schweigen von der legendären Geschichte mit dem Hecht, dem man eine Glocke umband, wieder zu Wasser ließ, um ihn später wieder einzufangen. Bekanntlich ging die Sache für den Ochsen verhängnisvoll aus und auch den Hecht hat man bis heute nicht wiedergesehen. Anekdoten wie diesen hat die Bergringstadt ihren Ruf als „Schilda des Nordens“ zu verdanken. Zugetragen haben sollen sich die humorigen Episoden vor langer, langer Zeit.

Bröckelnde Fassade statt Entenfamilie

Bei einem Besuch in Teterow hat jetzt ein Ehepaar aus Dresden die Erfahrung gemacht, dass man auch heute offenbar noch immer sehr bemüht ist, den Schildbürgergeschichten den einen oder anderen neuen Streich hinzuzufügen. Am Wochenende waren die Eheleute aus Sachsen am Mühlenteich unterwegs, hatten sich am Wall gerade ein Eis geholt und wollten den Blick auf den Teich, die Fontäne und das neue Entenhäuschen genießen. Wie es aber nun mal so ist, bei sonnigem Wetter: Alle Bänke waren besetzt. Bis auf zwei. Die hatten allerdings einen Makel. Die Sitzfläche war nicht etwa zum Teich, sondern genau entgegengesetzt ausgerichtet. Blick auf’s Wasser? Fehlanzeige. Statt den Enten dabei zuzuschauen, wie sie auf dem Wasser gemütlich ihre Runden ziehen, blieb den Sachsen nichts anderes als der Anblick einer bröckelnden Häuserfassade.

Mit direktem Kontakt zu geparkten Autos

Aber es geht noch „besser“. Denn nur wenige Meter weiter steht an der Giebelseite der Stadtmühle einsam und verlassen eine weitere Sitzgelegenheit. Warum sich dort höchst selten jemand eine Verschnaufpause gönnt, hat sicher einen guten Grund: Die Bank steht unmittelbar vor einem Parkplatz. Wenn man hier die Beine ausstreckt, kann man direkt Kontakt zu den abgestellten Autos aufnehmen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Sitzgelegenheit weder an einem Gehweg liegt und bei der Fülle der parkenden Pkw ohnehin kaum zu finden ist.

Vorgaben kommen aus dem Bauamt

Für das Aufstellen der Bänke im Stadtgebiet ist die Teterower Kommunaltechnik verantwortlich. Allerdings nur für den praktischen Teil, erklärt Chef Adi Schlaak. Wo und wie die Bänke aufgestellt werden, dafür bekomme er die Vorgaben aus dem städtischen Bauamt. Und ein wenig gewundert habe er sich auch, dass gleich zwei Sitzgelegenheiten am Mühlenteich eben nicht den Blick aufs Wasser bieten, gesteht er ein. Und auch über die Bank am Stadtmühlengiebel müsse man wohl noch mal nachdenken. Das Ehepaar aus Dresden hatte jedenfalls gleich einen guten Vorschlag: Man könnte die drei Bänke ja einfach auf dem Weg vom Mahnmal am Teich zum Schulkamp platzieren. Auf dem ganzen Schulkamp gibt es – abgesehen vom Spielplatz – bisher nur drei Sitzgelegenheiten. Was übrigens nicht nur die beiden Dresdner, sondern auch viele Teterower als viel zu wenig empfinden.

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