Transplantation
Teterow versorgt nun Gewebebank in Rostock mit Spenden

Die Gewebebank der Gesellschaft für Transplantationsmedizin in Rostock: Hier werden die Gewebespenden auch aus dem Krankenhaus Teterow geprüft.
Die Gewebebank der Gesellschaft für Transplantationsmedizin in Rostock: Hier werden die Gewebespenden auch aus dem Krankenhaus Teterow geprüft.
Joachim Kloock

Das Krankenhaus Teterow macht Transplantationsmedizin. Dort werden postmortale Gewebespenden wie Hornhaut oder Knochen entnommen – selten im Nordosten.

Das Teterower Krankenhaus hat ungewöhnliches Terrain betreten: die Transplantationsmedizin. Ein Novum in MV, dass eine kleinere Klinik wie Teterow sich mit diesem weitgehend unbekannten Gebiet befasst. Mit Neustrelitz, Grevesmühlen und Grimmen gehöre das hiesige DRK-Krankenhaus zu den ersten solchen Kliniken im Nordosten, teilte die Gesellschaft für Transplantationsmedizin Rostock mit.

Die 2015 in Rostock gegründete GmbH bedient als eine der wenigen Einrichtungen bundesweit das gesamte Spektrum der postmortalen Spende – also Augenhornhäute, Knochen, Sehnen, Haut, Herzklappen und Blutgefäße. Gewebespenden sind im Gegensatz zu Organspenden bis ins hohe Alter möglich. In Gesprächen mit den Familienangehörigen von Verstorbenen werde die Bereitschaft dafür erfragt.

Implantate werden aus dem Ausland importiert

Zwar sei die derzeitige Versorgung mit Augenhornhaut-Transplantaten befriedigend, schätzt die Gesellschaft ein, regional aber sei noch immer mit Wartezeiten von bis zu neun Monaten zu rechnen. Der jährliche Bedarf an Blutgefäßen und Herzklappen könne mit Transplantaten humanen Ursprungs aber nicht gedeckt werden. Und Defizite in der Patientenversorgung mit muskuloskelettalen Transplantaten könnten nur über den Import von Spendergewebe aus dem Ausland ausgeglichen werden.

Der Geschäftsführer der DRK-Klinik, Jan Weyer, appelliert daher an alle, sich frühzeitig Gedanken über eine Organ- und Gewebespende zu machen. „Es ist schließlich ein Akt der Nächstenliebe, anderen auch nach dem Tod helfen zu können. Angehörige zeigen sich in der schmerzhaften Zeit des Abschieds häufig erleichtert, wenn diese Entscheidung bereits zu Lebzeiten getroffen wurde.“

Wenn das der Fall ist, meldet das Krankenhaus potenzielle Spender an die Rostocker Gesellschaft für Transplantationsmedizin. „Dabei legen wir viel Wert auf umfassende Informationen über die Spende und Transparenz im Umgang mit menschlichen Transplantaten“, unterstreicht Dr. Axel Manecke als Geschäftsführer der Gesellschaft. Nach der Entnahme von Geweben werden diese in der Gewebebank geprüft, fachgerecht aufbereitet, konserviert und auf Anfrage der Kliniken zur Verfügung gestellt.