KRITIK AN BAUFIRMEN

Teterower beklagen Mängel an neuen Wegen

Bauen ist teuer. Doch was manche Firmen abliefern, lässt viel zu wünschen übrig. Immer mehr Teterower wollen das so nicht länger hinnehmen.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Vor dem Teterower Bahnhofsgebäude haben Radfahrer noch hinreichend Platz, doch hinter dem Scheitel wird’s für
Vor dem Teterower Bahnhofsgebäude haben Radfahrer noch hinreichend Platz, doch hinter dem Scheitel wird’s für sie zwischen parkenden Autos und der Fahrbahn sehr eng. Eberhard Rogmann
Teterow.

Der Schock stand Teterows Stadtvertretern in die Gesichter geschrieben, als sie im vergangenen Jahr zur Kenntnis nehmen mussten, dass die Baukosten für die Bahnhofstraße um 70 Prozent über den veranschlagten Zahlen lagen. Bauen ist teuer geworden und gebaut wird viel in jüngster Zeit in der Stadt. Kein Wunder also, dass die Bürger sehr genau hinschauen, was da vor ihrer Tür passiert.

Und das ist oftmals Anlass für Kritik und Beschwerden. So brachte eine Bewohnerin der Teschower Siedlung ihren Ärger am Direkten Draht des Nordkurier zum Ausdruck. Dort seien nach der Verlegung von Kabeln Löcher im Gehweg zurückgeblieben. „Jetzt, wo es abends wieder früher dunkel wird, ist das eine Gefahrenquelle für Fußgänger und Radfahrer“, mahnt die Anruferin. Die Handwerksbetriebe sollten sich schämen. Ihr sei unverständlich, dass solche Leistungen überhaupt abgenommen werden.

Verlauf des Radwegs am Bahnhof irritierend

Das ist leider kein Einzelfall, wie Bauamtsleiter Uwe Hohenegger weiß. „Was manche Anbieter abliefern, ist, gelinde gesagt, entwicklungsfähig.“ Er und seine Kollegen gingen den Mängelanzeigen nach, versicherte er. Wohl wissend, dass Beanstandungen oftmals nicht umgehend beseitigt werden. Schnelle Nachbesserungen zu erwirken sei insbesondere in jenen Fällen, wo die Stadt nicht direkt als Auftraggeber beteiligt ist, schwierig.

Doch nicht nur mangelhafte Pflasterungen bewegen Einwohner. Passionierte Radfahrer beklagen, dass vor dem Bahnhofsgebäude der Verlauf des Radweges irritierend ist. „Mit einem Pfeil wird auf das Granitpflaster zwischen Fahrbahn und Gehweg verwiesen. Aber auf der Fläche vor dem Hospiz parken Autos. Da kommt man nicht durch“, beschreibt Ulrich Henning die Verhältnisse. Auf die Bundesstraße will er nicht ausweichen, das sei viel zu riskant. Im Rathaus, wo er das Problem ansprach, sei ihm beschieden worden, er solle doch auf dem Gehweg fahren. Der pensionierte Polizist schüttelt darob nur den Kopf. „Das darf ich laut Straßenverkehrsordnung nicht, da ich deutlich älter als zwölf bin.“ Er besteht darauf, dass der Radweg kenntlich und befahrbar sein muss. Schließlich habe der viel Geld gekostet.

Schnelle Lösung ausgeschlossen

Apropos Geld. Der knappe Haushalt zieht dem Handlungsspielraum der Kommune enge Grenzen. Darauf wies Bürgermeister Andreas Lange im Bauausschuss nachdrücklich hin. Dort waren weitere Unzulänglichkeiten angesprochen worden. So die unzureichende Beleuchtung der Straße Am Sägewerk oder die steile Wegführung in der J.-R.-Becher-Straße, die eingeschränkt mobilen Anwohnern Schwierigkeiten bereitet, wie Wolfgang Schweder aufzeigte. „Wir arbeiten an der schrittweisen Sanierung der Wohngebiete aus den 1970er Jahren. Wir werden uns das ansehen, aber schnelle Lösungen wird es nicht geben“, lautete Langes Antwort.

 

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