25 JAHRE FRISCHE EIER

Teterower Eierfrau feiert in ihrem bunten Trabi Jubiläum

Fast hätte Renate Wagner ihr berufliches Jubiläum verpasst. Seit einem Vierteljahrhundert tourt sie mit ihrem bunt bemalten Trabi durch die Region.
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
In und um Teterow kennt man Renate Wagner als Eierfrau. Ihr Markenzeichen ist der bunt bemalte Trabi.
In und um Teterow kennt man Renate Wagner als Eierfrau. Ihr Markenzeichen ist der bunt bemalte Trabi. Borstel
Teterow.

In ihrem Metier herrscht gerade Hochkonjunktur. Was wäre ein Osterfest schließlich ohne Eier! Renate Wagner schmunzelt. Hier in der Region kennt man sie seit 25 Jahren viel besser als die Eierfrau mit dem bunt bemalten Trabi.

Ein Vierteljahrhundert. Das will man selbst kaum glauben“, sagt die Groß Wokernerin. Und gibt zu, dass sie erst durch ein Gespräch mit Kunden überhaupt an ihr berufliches Jubiläum gedacht hat.

„Mit fast 40 Jahren hatte sich bei mir noch einmal Nachwuchs angemeldet. Mein Sohn war leider oft krank. Aus diesem Grund hängte ich damals den weißen Kittel an den Nagel. Ich hatte 22 Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet, als Schwester in der Stomatologie und Kieferorthopädie“, erzählt die heute 65-Jährige. Da sei es schon eine Umstellung gewesen, nun bei Wind und Wetter als ambulanter Händler auf den Märkten zu stehen. „Mein Motto lautet aber schon immer: Es ist nicht wichtig, was einer ist und was er hat, sondern wie er ist und was er kann“, sagt sie.

Geplant hatte sie ihren Job als Eierfrau eigentlich als eine Übergangslösung. „Aber ich hatte auch gemerkt, wie toll es ist, sein eigener Chef zu sein, unabhängig und ohne Druck von oben zu arbeiten. Nun machen mich die 25 Jahre auch ein wenig stolz. Man muss stets versuchen, aus allem das Beste zu machen, neue Ideen haben, überlegen, wie man etwas verändern oder besser machen kann, damit man nicht auf der Strecke bleibt, sondern mitzieht.“

Große Eier kann man nicht mit kleinem Preis bezahlen

Für ihren Job habe sie sich fit gemacht, erzählt Renate Wagner. Sie härtet sich zum Beispiel mit Eisbaden ab. Im Trabi gab es ja auch keine Standheizung. Da wurde vielmehr der Beifahrersitz ausgebaut, um Platz zu schaffen für die Bio- und Freilandeier.

Von Anfang an habe sie jedes Ei einzeln eingepackt und vorher abgeklopft, um sicher zu stellen, dass auch wirklich jedes Ei heil ist, sagt Renate Wagner. Die auch dazu steht, dass Qualität ihren Preis hat. „Ändern müsste sich die Einstellung des Kunden“, sagt sie. „Die möchten einen Mercedes kaufen, aber einen Trabi bezahlen, das heißt, ich kann beispielsweise große Eier nicht mit einem kleinen Preis bezahlen“, meint sie.

Beruflich soll der bunt bemalte Trabi noch ein Weilchen ihr Begleiter sein. Da bedankt sich die Eierfrau vor allem bei ihrem Sohn Charles, der sich um alle Reparaturen und Instandhaltungen kümmert, sodass der Trabi nur zum TÜV in eine Werkstatt muss.

Aber sie denkt auch schon an die Zeit nach dem Job. „Freizeit hatte ich oft zu wenig. Da ist als Naturfreund also in Zukunft noch viel Nachholebedarf.“ Die 65-Jährige möchte noch mal den Teterower See an der Außenkante entlangschwimmen, ohne Pause, verrät sie. Und mehr Zeit für Hobbys, wie die Brandmalerei in Holz, Still-leben in Öl, Mundharmonika spielen oder Gedichte schreiben, soll auch sein.

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