BIENENSTERBEN

Teterower Imker mobilisieren gegen Pestizide

Gifte raffen Insekten massenweise dahin. Gegen deren Einsatz machen Bürger auch in der Mecklenburgischen Schweiz Front. Eine Petition an den Bund ist in Vorbereitung.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Seit Jahren engagiert sich Siegfried Erdmann, um Kinder für die Imkerei zu begeistern. Am Sonnabend will der Imkerverein Teterow über Ursachen des Insektenschwunds aufklären.
Seit Jahren engagiert sich Siegfried Erdmann, um Kinder für die Imkerei zu begeistern. Am Sonnabend will der Imkerverein Teterow über Ursachen des Insektenschwunds aufklären. Eberhard Rogmann
Teterow.

Dass Bienen sich derzeit noch rar machen, kann man mit der ungünstigen Witterung erklären. Dass ihre Zahl in den letzten Jahren dramatisch rückläufig ist, muss aber anderen Umständen geschuldet sein. Dafür greift auch die Amerikanische Faulbrut, unter Imkern eine gefürchtete Seuche, als Erklärung zu kurz. Denn das große Sterben betrifft nicht die Bienen allein, sondern ist bei Insekten generell zu verzeichnen. Das ist mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen.

Eine Analyse der Ursachen für dieses Phänomen führt immer wieder zu den Menschen, wie Siegfried Erdmann, Vorsitzender des Imkervereins Teterow deutlich macht. Zwei Faktoren schlagen dabei besonders gewichtig zu Buche. Zum einen wirkt sich die Beschränkung der Ackerbaubetriebe auf wenige Sorten aus. Zwar gelten Rapsfelder als Markenzeichen Mecklenburgs und sie sind als Bienenweide begehrt. Doch wenn der Raps ausgeblüht ist, beginnt für Bienen eine Zeit des Hungers. „Es fehlt auf den Feldern und in den Fluren die Vielfalt an Pflanzen. Wir haben große Maisschläge, doch für Bienen ist da nichts zu holen“, erklärt der Imker.

Mit Landwirten kam man überein, dass diese zur Kompensation Blühstreifen anlegen. Eine Maßnahme, die von der EU gefördert wird. Sogar im Stadtpark von Teterow gibt es seit einigen Jahren eine Blühwiese. Hier hat ein Umdenken begonnen.

Experte klärt über Pestizide auf

Ein zweiter Faktor ist für die Insekten noch gravierender. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Das sind hocheffektive Gifte, beispielsweise aus der Gruppe der Neonikotinoide. Sie werden eingesetzt, um Schädlinge zu bekämpfen. Doch sie töten auch Nützlinge wie die Bienen. Gegen den Einsatz dieser Mittel regt sich wachsender Widerstand. In Bayern zwang ein Volksbegehren die Landesregierung, sich dieser Thematik anzunehmen. In Vorbereitung ist eine Petition an die Bundesregierung.

Der Imkerverein Teterow setzt sich in der Mecklenburgischen Schweiz dafür ein. Am Sonnabend, 30.  März lädt er zu einer Informationsveranstaltung in den Tagungssaal der Freiwilligen Feuerwehr Teterow am Fischersteig. Johann Lütke Schwienhorst von der Aurelia-Stiftung erläutert praktische Auswirkungen von Pestiziden in der Agrar- und Umweltpolitik. Die Veranstaltung ist öffentlich und beginnt um 10 Uhr.

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