GERICHTSURTEIL

Teterowerin löscht aus Wut und Eifersucht zwei Menschenleben aus

Die gebürtige Teterowerin Silke S. setzte in Güstrow eine Wohnung in Brand. Zwei Männer verbrannten bei lebendigem Leibe. Der Bundesgerichtshof bestätigte jetzt eine Strafe gegen die Frau.
Marie Louise Hänsel Marie Louise Hänsel
Die Angeklagte im Doppelmord-Prozess (r.) war vom Landgericht Rostock zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Die Angeklagte im Doppelmord-Prozess (r.) war vom Landgericht Rostock zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil jetzt bestätigt. Bernd Wüstneck
Teterow.

Der Bundesgerichtshof hat jetzt das Urteil der 3. Großen Strafkammer des Landgerichtes Rostock gegen Silke S. (46) aus Güstrow bestätigt. Sie wurde am 7. Dezember 2018 wegen Mordes und Brandstiftung mit Todesfolge zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls auf lebenslang plädiert, aber die Güstrower Verteidigerin war in Revision gegangen. Sie hatte einen Freispruch beantragt, denn sie sah den Tatvorwurf als nicht bewiesen an.

Für das Gericht gab es keinen Zweifel, dass die gebürtige Teterowerin den Vorsatz hatte, ihren Lebenspartner Maik R., der sich im Oktober 2017 von ihr getrennt hatte, aus Wut, Eifersucht und Hass darüber zu töten. Gegen Mittag des 31. März 2018 hatte sie sich heimlich in die Wohnung des Roland Z. in der Ringstraße in Güstrow geschlichen, zu der sie einen Schlüssel hatte und in der sich zu der Zeit auch Maik R. aufhielt. Sie goss großflächige Benzin im Wohnzimmer und auf dem Flur aus und zündete sie an. Eine trichterförmige hohe Flamme setzte die ganze Wohnung rasend schnell in Brand. Um 12.01 Uhr ging ein Notruf bei der Polizei ein, in dem Maik R. rief: „Die Alte hat die Bude abgefackelt“, und wenige Minuten später: „Wir kommen hier nicht mehr raus“. „Maik R. und Roland Z. verbrannten bei lebendigem Leibe“, sagte der Vorsitzende Richter. Rettungskräfte fanden Silke S. auf der Flurtreppe. Sie war auf der Flucht gestürzt und als die Sanitäter sie hochhoben, fanden sie unter ihrem Körper den Verschluss des Benzinkanisters und ein Feuerzeug. Silke S. wies zwar einen Blutalkoholwert von 3,5 Promille auf, war aber in der Lage, den Einsatzkräften alle Fragen sachlich zu beantworten. Und sie hatte sich bereits eine Legende zurecht gezimmert, die sie als Opfer darstellte. Maik R. hätte sie töten wollen. Nach einem Streit hätte er plötzlich unter dem Tisch einen Benzinkanister hervorgeholt, aus dem Benzin schwappte, als er sie zum Flur verfolgte.

Mit Hilfe von glaubwürdigen Zeugen konnte die Version der Angeklagten widerlegt werden. Sie berichteten übereinstimmend über eine hohe Aggressivität der damals 45-Jährigen, wenn sie Alkohol getrunken hat. Sie hätte sogar schon einen Molotowcocktail gebastelt, um Maik R. damit zu töten, berichtete eine Zeugin. Als strafverschärfend wertete das Gericht, dass durch ihr Handeln zwei Menschen auf grässliche Art den Tod fanden.

Das Gericht sah Parallelen zu einem Prozess, der 2001 auch vor dem Landgericht Rostock stattfand, und in dem die Angeklagte wegen Anstiftung zum Totschlag an ihrem damaligen Partner eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren erhielt. Silke S. hat insgesamt zwölf Vorstrafen, darunter mehrere Gewalttaten, die alle unter Alkohol begangen wurden. Da weitere schwere Verbrechen nicht ausgeschlossen sind, verfügte das Gericht ihre Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Mit dem Beschluss des Bundesgerichtshofes ist das Urteil unwiderruflich.

 

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