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Ein Bürgermeister in Erklärungsnot: Die Vorwürfe gegen ihn konnte Teterows Rathauschef Andreas Lange (rechts) auch auf der Stadtvertretersitzung nicht entkräften. Skeptisch verfolgt wurde das Geschehen von Bürgervorsteher Werner Herzlik. Thomas Koch
Antrag

Teterows Bürgermeister steht Misstrauensvotum bevor

Die Vorwürfe gegen Teterows Rathauschef Andreas Lange, in seiner Zeit als Fraktionschef der Linken Sitzungsprotokolle manipuliert zu haben, haben sich offenbar bestätigt.
Teterow

Die Stadt Teterow geht unruhigen Zeiten entgegen. In der kommenden Woche werden sich die Stadtvertreter zu einer außerordentlichen Sitzung treffen. Einziger Tagesordnungspunkt dabei: Ein Misstrauensantrag und die mögliche Einleitung eines Abwahlverfahrens gegen Bürgermeister Andreas Lange (parteilos). Die außerordentliche Sitzung hatte am Donnerstagabend der Stadtvertreter Wolfgang Blanck (CDU) beantragt. Siebzehn Abgeordnete gaben dem Antrag ihre Zustimmung, ein Stadtvertreter enthielt sich der Stimme.

Bericht der Sonderkommission

Mit Spannung erwartet wurde auf der Sitzung der Bericht der Sonderkommission, die in der vergangenen Woche schwere Vorwürfe gegen den Bürgermeister im Rathausarchiv geprüft hat. Als er noch Fraktionsvorsitzender der Linken in der Teterower Stadtvertretung war, soll Lange Sitzungsprotokolle mit falschen Unterschriften manipuliert und auf diese Weise Geld zu Lasten der Stadt Teterow veruntreut haben.

Diese Vorwürfe haben sich bei der Prüfung der Sonderkommission offenbar bestätigt. Aus Stadtvertreterkreisen war zu vernehmen, dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handele, sondern dass über Jahre Protokolle manipuliert worden seien. Ein ehemaliger Fraktionskollege von Andreas Lange habe sich nach Nordkurier-Informationen dazu bereit erklärt, die Verfehlungen auch eidesstattlich zu bestätigen.

Lange selbst will wohl vorerst nichts aufklären

Das Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister sehen die Stadtvertreter jetzt offenbar so sehr gestört, dass ihm in der nächsten Woche das Misstrauen ausgesprochen werden soll. Im nichtöffentlichen Teil der gestrigen Sitzung soll Lange erneut dazu aufgefordert worden sein, selbst für Aufklärung zu sorgen. Mit dem Verweis auf ein laufendes Verfahren sei er allerdings wiederholt eine Antwort schuldig geblieben.

Das Verhältnis zwischen Bürgermeister und Abgeordneten scheint schon seit Monaten zerrüttet. Immer wieder monierten die Stadtvertreter, dass der Rathauschef Beschlüsse des Stadtparlaments nicht umsetze und sich gegen seine Abgeordneten stelle. Massiv in die Kritik geraten war Lange auch, als bekannt wurde, dass er in internen Mails Einwohner der Stadt diffamierte und personenbezogene Daten unter anderem an die Galerie und an Teterower Kirchgemeinden weitergab.

Der Vorwurf der Manipulation von Sitzungsprotokollen stand schon kurz vor der Wahl Langes zum Bürgermeister im Jahr 2018 im Raum, wurde seinerzeit aber weder durch ihn noch durch die Stadtvertretung oder die Stadtverwaltung aufgeklärt.

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