Streit um tote Fische
Teterows Stadtfischer bietet Anglern Paroli

Winterstarr liegt die Stadtfischerei am Teterower See. Doch die Ruhe ist trügerisch. Hier tobt ein heißer Konflikt.
Winterstarr liegt die Stadtfischerei am Teterower See. Doch die Ruhe ist trügerisch. Hier tobt ein heißer Konflikt.
Eberhard Rogmann

Wer den Streit sucht, muss mit den Konsequenzen leben. So lautet die Antwort des Stadtfischers von Teterow in Richtung einiger Angler.

Im Konflikt um verendete Silberkarpfen in seinen Hälterungsnetzen dreht Stadtfischers Jens Düse den Spieß um. Er sieht sich einer geschäftsschädigenden Kampagne ausgesetzt. Angler hatten ihm vorgeworfen, gefangene Fische nicht tierschutzgerecht gehalten zu haben, und daraufhin Anzeige erstattet. Die Angler hätten selbst zur Eskalation der Situation beigetragen, sagt Düse. „Sie sind dicht an die Netze rangefahren und haben die Fische in Unruhe versetzt und ihnen unnötigen Stress bereitet“, beklagt der Fischer.

Dabei räumt er ein, dass es nicht geplant gewesen sei, dass die Tiere so lange nach dem Fang in den Netzen gehalten wurden. Die Silberkarpfen sollten verkauft werden, doch der Käufer sei erkrankt und habe sie nicht zum geplanten Zeitpunkt abholen können, begründet Jens Düse die Verzögerung.

Fischer will Angelkarten selbst verkaufen

Den Bestand dieser schon zu DDR-Zeiten im See ausgesetzten Fische aus Asien betrachtet er als problematisch. „Was immer man damals damit erreichen wollte, diese Fische gehören nicht hierher und müssen wieder raus.“ Die Vermarktung erweise sich allerdings als schwierig, denn „die Polen und Dänen, die sie bisher abnahmen, wollen sie auch nicht mehr haben.“

Dass einige Fische verendeten, tue ihm leid, bekundet der Fischer und gesteht, dass er dafür „vom Veterinäramt eins auf den Deckel bekommen“ habe. Die Ankündigung von Anglern, den Landesangelverband in dieser Angelegenheit einzuschalten, kontert Jens Düse indes auf seine Weise. Dann müsse er sich überlegen, die Angelkarten für den Teterower See nicht länger wie gehabt über den Landesverband zu vergeben, sondern selbst direkt zu verkaufen. Immerhin sei er der Pächter des Sees und habe damit die Fischereirechte inne, macht der Stadtfischer unmissverständlich klar. Auf diese Weise hätte er dann auch die Kontrolle, wer auf dem Gewässer neben ihm fischen dürfe.

Anzeigen wegen Schäden bisher nie etwas gebracht

Dem Stadtfischer ist dabei durchaus bewusst, dass ein solcher Schritt weitgehende Konsequenzen nach sich zöge. Denn betroffen von dieser Regelung wären nicht nur die einheimischen Angler der Teterower Vereine. Am See befinden sich zahlreiche Bootshäuser, die während der Sommermonate vermietet werden. Viele der Urlauber entscheiden sich für ein solches Quartier, weil sie die Möglichkeit zum Angeln nutzen möchten. Wenn diese eingeschränkt werde, könnte sich das auf die Zahl der Urlaubsgäste auswirken. „Das will ich eigentlich nicht. Ich habe genug anderen Stress. Da muss ich mich nicht noch um die Angelkarten kümmern“, bekundet Düse. Doch wenn einige den Konflikt suchten, müsse er dagegenhalten.

Konflikte gebe es am See immer wieder. Der Fischer verweist auf zerschnittene Netze und einen Säureanschlag. Die Säure sei nicht in ein Stellnetz gekippt worden, wie berichtet. Vielmehr wurde sie über ein Netz an Bord eines Bootes gegossen, das somit unbrauchbar wurde. Der Fischer spricht von einem Schaden um 20 000 Euro. Angezeigt habe er den Vorfall nicht. Denn: „Ich habe zu Hause einen ganzen Hefter voller Schreiben der Staatsanwaltschaft, die erklärt, dass Verfahren eingestellt werden, weil nichts ermittelt werden konnte.“