Stau bei der Anlieferung

Schweine müssen in der Hitze vorm Schlachthof ausharren

Stundenlang sollen Viehtransporter vor dem Schlachthof in Teterow in praller Sonne gestanden haben. Dabei wurden dort extra Hitze-Vorkehrungen getroffen.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Für Tiertransporte gelten strenge Vorschriften. Die Versorgung mit Frischluft und Trinkwasser muss stets gewährleistet sein. Der Landkreis Rostock überwacht den Schlachthof.
Für Tiertransporte gelten strenge Vorschriften. Die Versorgung mit Frischluft und Trinkwasser muss stets gewährleistet sein. Der Landkreis Rostock überwacht den Schlachthof. Franz-Peter Tschauner
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Teterow.

Sonne ohne Ende. Auch Tieren macht die sengende Glut zu schaffen. So berichtete ein Bauer von bedrückenden Zuständen auf dem Schlachthof in Teterow. Stundenlang hätten dort Transportfahrzeuge in der prallen Sonne gestanden. Als dann die Türen endlich geöffnet wurden, seien die Schweine auf den Etagentransportern so kaputt gewesen, dass sie sich erst einmal platt auf den Beton legten, um abzukühlen. „Dass man die Tiere nach einem weiten Transport auf den Hängern verharren lässt, ist der pure Aberwitz“, kritisierte der Bauer. Zumal es in den Schlachthofställen eine Rieselanlage gibt, die den Tieren Linderung verschaffen könnte.

Bei dem Unternehmen Danish Crown, zu dem der Teterower Schlachthof seit dem vergangenen Jahr gehört, löste die Nachfrage Befremden aus. Dem Tierwohl werde große Aufmerksamkeit gewidmet, versicherte Jens Hansen, Pressesprecher des dänischen Konzerns. Die gesetzlichen Vorschriften seien ziemlich streng und würden eingehalten.

Anlieferung extra auf abends verschoben

„Darüber hinaus haben wir die Anlieferungszeit in den späten Abend verschoben. So müssen die Transporte nicht in der größten Hitze unterwegs sein“, ergänzte Hansen. Im Übrigen seien die Fahrzeuge den geltenden Standards entsprechend ausgestattet. „Während der Fahrt haben es die Tiere luftig. Da ist es angenehmer als in manchem Büro.“

berwacht wird der Betrieb ständig von Amtsveterinären des Landkreises Rostock. Die Behörde bestätigt, dass angesichts der anhaltend hohen Temperaturen Maßnahmen ergriffen wurden, um das Tierwohl zu gewährleisten. „Der Schlachthof hat eine Anlieferung von Schlachtvieh ab 22 Uhr eingeführt, um den Tieren Hitzestress zu ersparen. In den Schweineställen wird ein feiner Wassernebel versprüht, der die Tiere abkühlt. Es sind Tränken vorhanden, deren Funktion täglich vom Stalltierarzt überprüft wird“, zählt Pressesprecher Michael Fengler auf. Gleiches gelte für die Rinderbuchten.

Ein Ausnahmefall, heißt es

Verstärkt kontrolliert werden dem Landkreis zufolge ebenfalls die Viehtransporte. Die Amtsveterinäre prüfen insbesondere die Wasservorräte sowie die Funktion der Tränken und Lüftungen auf den Fahrzeugen. „Sollte es zum unwahrscheinlichen Fall kommen, dass die Ställe am Schlachthof voll sind und dadurch längere Wartezeiten der Viehtransporter entstehen, können an der Viehwagenwaschanlage Wasserschläuche zur Kühlung der Tiere in den Transportfahrzeugen eingesetzt werden“, verweist der Pressesprecher auf den Plan B.

Bei solcher Fürsorge stellt sich die Frage, wie die von dem Bauer geschilderten Beobachtungen zu erklären sind. Es habe sich um einen Ausnahmefall gehandelt, versichert das Unternehmen. Bei der Umstellung auf die späteren Anlieferungszeiten sei es offenbar zu Missverständnissen gekommen. Daraus hatten sich für etliche Frachten längere Wartezeiten ergeben.