KATZENPLAGE BEI STAVENHAGEN

Tierschützer schockiert über 40 Katzen auf einen Streich

In einem Dorf bei Stavenhagen hat ein Bewohner ausgesetzte Katzen gefüttert. Doch inzwischen haben sich diese so vermehrt, dass er der Lage nicht mehr Herr wird.
Wenn Katzen einzeln unterwegs sind wie auf diesem Symbolbild, dann ist das noch übersichtlich. Bei einem Mann aus Carlsruhe indes tummelten sich viele Katzen auf dem Hof, dass er nicht mehr Herr der Lage war und Hilfe suchte.
Wenn Katzen einzeln unterwegs sind wie auf diesem Symbolbild, dann ist das noch übersichtlich. Bei einem Mann aus Carlsruhe indes tummelten sich viele Katzen auf dem Hof, dass er nicht mehr Herr der Lage war und Hilfe suchte. Soeren Stache
Stavenhagen ·

Eigentlich konnte Kerstin Lenz nur die Hände über den Kopf schlagen. Als sie und ihre Mitstreiter die vielen Katzen in einer Scheune und auf dem Gelände eines Gehöfts in Carlsruhe bei Stavenhagen sahen, fragten sie sich, warum es soweit kommen musste. „Wir sind schockiert, dass wir nicht früher informiert wurden“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Demmin. Drei Jahre habe es gebraucht, bevor sie gerufen wurden. Offenbar hatte es ein junger Mann anfangs nur gut gemeint.

Mann sei Lage nicht mehr Herr geworden

Er fütterte zwei, drei ausgesetzte Katzen. Doch sei ihm offenbar nicht in den Sinn gekommen, dass sich die Tiere vermehren. So liefen nach einem Jahr schon rund 20 Stubentiger auf seinem Hof, jetzt sind es 40. Er sei der Lage nicht mehr Herr geworden, so Lenz. Das Ordnungsamt Stavenhagen habe schließlich die Tierschützer gerufen und um Hilfe gebeten. Auch das Veterinäramt sei eingeschaltet worden. Stavenhagen.

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„Es war einfach nur furchtbar“, beschreibt es die Tierschützerin. An zwei Futtertabletts drängelte sich jeweils eine Traube von Fellknäuel. Die Kitten waren teilweise krank, litten an Katzenschnupfen, die Augen waren verklebt. „Die Jungtiere kennen zwar Menschen, sie kennen es aber nicht, angefasst und hoch genommen zu werden“, so Lenz. Das sei schlecht. Die Mütter seien indes alle sehr dünn, obwohl sie gut versorgt werden. „Vermutlich haben sie Würmer.“ Morgens und abends würden die Katzen gefüttert. Auf einem Mal alle wegholen könne man die Samtpfoten nicht.

Hilferuf an den Landesverband

„Wir helfen, wo wir können, aber niemand kann erwarten, dass wir 40 Katzen auf Schlag übernehmen“, sagt Kerstin Lenz. Das Dilemma: Das Katzenhaus in Neukalen ist bereits voll, 38 Stubentiger warten hier schon auf ein neues Zuhause. Das Tierheim hat nur eine Kapazität von 40. Der Tierschutzverein werde deshalb im Landesverband einen Hilferuf starten, ob andere Tierheime einige der Katzen aufnehmen können. In der nächsten Woche wollen indes die Tierschützer anfangen, die Stubentiger einzufangen, und die erwachsenen Tiere kastrieren zu lassen, damit es nicht noch mehr werden. „Jeder weiß, dass Katzen im Frühjahr und im Herbst Junge bekommen und das jedes Jahr“, erklärt sie und ist immer noch sprachlos. „Wenn wir sofort, als die erste Katze dort ausgesetzt wurde, informierte worden wären, wäre allen viel Leid erspart geblieben.“

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Dieser Fall zeige, dass sie als Tierschützer den Druck weiter verstärken müssen, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte endlich eine Verordnung für eine Kastrationspflicht erlasse, um das Elend zu beenden. Das fordern sie schon seit langem. Dieser Fall in Carlsruhe sei das beste Beispiel, welche Folgen es haben kann, wenn Katzen nicht kastriert werden.

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Kommentare (1)

Unbedingt! Ich habe schon leidige Diskussionen mit dem Ordnungsamt hier bei uns, das sich nicht zuständig fühlt bei streunenden Katzen und sagte, es gäbe kein Problem damit. Privat kenne ich zum Glück Menschen, die konsequent kastrieren, aber es laufen eben zig Katzen rum. Katzenhaus geschlossen, kein Geld da- tja und schon geht das Elend weiter…