Kastrations-Aktion
Tierschutzverein setzt Signal gegen Katzenjammer

Der Tierschutzverein rechnet damit, dass dieses Jahr schon früher Katzennachwuchs erwartet wird. Die ersten Tiere sind bereits rollig. Damit Streuner sich nicht unkontrolliert vermehren, startet jetzt die nächste Kastrationsaktion (Symbolfoto).
Der Tierschutzverein rechnet damit, dass dieses Jahr schon früher Katzennachwuchs erwartet wird. Die ersten Tiere sind bereits rollig. Damit Streuner sich nicht unkontrolliert vermehren, startet jetzt die nächste Kastrationsaktion (Symbolfoto).
Patrick Pleul

In Stavenhagen, Malchin und Umgebung ist die nächste Kastrationsaktion gestartet worden. Bis Mitte April sollen frei lebende Samtpfoten sterilisiert werden.

Eigentlich ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Immer wieder hören die Tierschützer des Demminer Vereins, dass es wieder neue Probleme mit frei lebenden Katzen gibt. Und doch hat der Tierschutzverein Hoffnung, das Elend wenigstens ein bisschen eindämmen zu können. Nach zwei Kastrationsaktionen im vergangenen Jahr, ist gerade die nächste Aktion für Stavenhagen, Malchin und Umgebung gestartet. Damit will man verhindern, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren. Wie die Tierschutzorganisation Peta mal errechnet hat, könnten innerhalb von sieben Jahren aus einer einzelnen Katze und deren Nachkommen rund 370.000 weitere Katzen werden. Kastration sei das einzige Mittel, um so einer drohenden Katzenschwemme Herr zu werden.

Bis zum 14. April können 25 Katzen und zehn Kater sterilisiert beziehungsweise kastriert werden. Der Tierschutzverein Demmin wird dabei wieder mit einer Tierarztpraxis in Stavenhagen zusammenarbeiten. Mit dieser habe man sehr gute Erfahrungen, sagt Vereinsmitglied Ines Hartmann, die auch wieder die Aktion koordinieren wird. Bei ihr können die Menschen unter 0152-02502058 die Streuner melden. Dann werde abgesprochen, wie und wann die Termine erfolgen können. Ausschließlich frei lebende Samtpfoten werden in das Programm aufgenommen. Nur in Einzelfällen könnten es auch zugelaufene, scheue Tiere sein, die jemand versorgt.

Schon wieder überall rollige Katzen unterwegs

Dass das Kontingent schnell ausgeschöpft sein kann, das haben die Tierschützer im Vorjahr feststellen müssen. Bei der Aktion im Frühjahr sei überraschend schon in drei Wochen die Zahl voll gewesen. Im Herbst konnten weitere 20 Katzen und zehn Kater kastriert werden. Das Geld reiche auch diesmal nur für die begrenzte Anzahl von insgesamt 35. Das zeige auch, dass viele Menschen einen Blick für das Problem haben und mit offenen Augen durch die Welt gehen.

Dass die neue Aktion jetzt startet, werde allerhöchste Zeit. „Überall sind schon rollige Katzen unterwegs“, weiß Ines Hartmann. Die Kater höre man schon. Vermutlich liege das am vorfrühlingshaften Wetter. Letztes Jahr sei die Vermehrung spät gewesen. „Das ist dieses Jahr anders“, glaubt sie. Auffällig sei 2018 gewesen, dass der große Teil des Katzennachwuchses im Juni da war. „Mehrere mutterlose Würfe haben wir aufgepäppelt.“ Dieses Jahr werde man früher mit neuen Kätzchen rechnen müssen. Im Moment haben sich auffallend viele Streuner in den Wohngebieten Am Wasserturm und in der August-Seidel-Straße in Stavenhagen angesiedelt.

Schwerpunkt Gartenanlagen

Auch in Gielow und besonders in Retzow gebe es ein großes Problem. Schwerpunkte seien auch Gartenanlagen. In Ivenack indes sei das Problem bereits gut gelöst worden. Dort konnte im vergangenen Herbst die Zahl der frei lebenden Katzen verringert werden. Damit sei hier vorerst das Problem gebannt. In der Herbstaktion seien hier 15 Samtpfoten kastriert worden.

Doch gebe es auch Besitzer, die ihre Tiere nicht unfruchtbar machen lassen. „Wir appellieren an diese, Leute, lasst Eure Katzen kastrieren“, erklärt Ines Hartmann. Langsam finde ein Umdenken statt, auch auf den Dörfern. Zwar gebe es noch alte Vorstellungen, dass Katzenbabys „um die Ecke gebracht werden“ können. Das sei in Deutschland verboten. Aber es sei auch hier schon länger ein Umdenken im Gange. Zunehmend werde das bei älteren Menschen beobachtet. Jüngere indes würden sich weniger kümmern.