Neben Wassertonnen gibt es auf dem Teterower Friedhof auch steinerne Wasserbecken, an die es durstige Tiere zieht. Nur sind si
Neben Wassertonnen gibt es auf dem Teterower Friedhof auch steinerne Wasserbecken, an die es durstige Tiere zieht. Nur sind sie schon zur tödlichen Falle für einen Kauz und ein Eichhörnchen geworden. Fotos: Simone Pagenkopf, © cedric33 und © sci - stock.ado
Tierschutz

Tödliche Friedhof-Falle für Kauz und Eichhörnchen

Immer wieder passiert es, dass auf Friedhöfen Tiere in Wasserbecken ertrinken. Auch in Teterow. Es gibt aber eine ganz einfache Erste-Hilfe-Maßnahme.
Teterow

Mächtig erschrocken war die Teterowerin. In einem steinernen Wasserbecken auf dem städtischen Friedhof entdeckte sie einen toten Kauz. Der Vogel war offenbar ertrunken. Es war wohl nicht das erste Mal, dass so ein Wasserbecken zur tödlichen Falle für Tiere wird. Mathias Schmitus weiß, dass auch schon mal ein Eichhörnchen im Wasserbecken ertrunken sei. „Die Tiere haben ja auch keine Chance, wieder rauszukommen“, weist der Teterower Stadtvertreter auf die glatten Wände des Beckens hin. Und Wasser stehe hier fast immer drin.

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Mehrere Wasserstellen auf dem Friedhof

Jedenfalls im Sommer, wenn auf dem Friedhof viel gegossen wird, sammelt sich Leitungswasser. Dazu kommt aber auch Regenwasser. Auf dem Teterower Friedhof gibt es mehrere Wasserentnahmestellen für die Grabpflege. In der kalten Jahreszeit werden die Hähne abgedreht. Jetzt aber wird das Wasser gebraucht. Meist sind es die großen grünen Wassertonnen, die unter den Hähnen stehen. Und es gibt die alten Steinbecken. An die es eben auch durstige Tiere zieht, die sicher froh sind, dass sie dort Wasser finden. Fallen sie aber hinein, kann es tödlich enden.

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Tierschützer warnen vor potenzieller Gefahr

Tierschützer mahnen ohnehin, dass alle Anlagen, wo Wasser in Becken steht, für Tiere potenziell gefährlich sind. Das gilt also längst nicht nur für Wasserbecken auf Friedhöfen. Aber gerade auch von dort kommen immer wieder Meldungen, dass Tiere tot in den Becken treiben.

So können Tiere sich selbst aus der Falle retten

In Teterow schlug Mathias Schmitus daher jetzt vor, dass man doch einfach ein Brett reinlegen könnte, vielleicht noch nach unten mit einem Gewicht fixiert, damit ein Tier in Not wieder rauskommt. Es geht noch einfacher. Als Erste-Hilfe-Maßnahme gilt nämlich auch ein dicker Ast, an dem die Tiere herausklettern können. Er wird einfach so ins Becken gelegt, dass er oben herausragt.

Ausstiegshilfe auch bei wenig Wasser wichtig

So eine Ausstiegshilfe für Tiere in Friedhofswasserbecken hat zum Beispiel der Verein „Aktion Tier – Menschen für Tiere“ seit Längerem schon auf Friedhöfen in Berlin eingeführt und dazu auch ein Info-Blatt über den Zweck der Äste erstellt. Mit dem Hinweis, dass die Rinde der Äste möglichst rau sein soll, weil Tiere an glatten Oberflächen abrutschen können. Damit werden Friedhofsbesucher auf die „Todesfalle Wasserbecken“ aufmerksam gemacht und gebeten, diese Ausstiegshilfe nicht zu entfernen, weil sie Leben rettet.

Auch wenn sich kaum Wasser im Becken befindet, sei so eine Ausstiegshilfe wichtig, denn oft seien diese Becken tief, und geschwächte Tiere schaffen es nicht allein heraus, machen Tierschützer immer wieder aufmerksam.

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