ELEKTROSCHOCKS

Tötet ein Hausboot in Malchin Vögel?

An einem Hausboot bemerken Malchiner immer wieder Funkenschläge an der Reling. Sie vermuten, dass es sich um eine elektrische Möwenabwehr handelt – die für kleinere Vögel zu stark ist.
Malchiner beobachteten immer wieder Funkenschläge an diesem Hausboot an Koesters Eck.
Malchiner beobachteten immer wieder Funkenschläge an diesem Hausboot an Koesters Eck. privat
Ein Experte der Firma Toni geht davon aus, dass es sich bei der installierten Elektro-Vogelabwehr um einen Eigenbau handelt.
Ein Experte der Firma Toni geht davon aus, dass es sich bei der installierten Elektro-Vogelabwehr um einen Eigenbau handelt. privat
Malchin.

Der Malchiner Clemens Kölzow ist in heller Aufregung. Er und auch andere Personen hätten immer wieder beobachtet, wie von dem Hausboot im Hafen von Koesters Eck Funken schlagen. Und tatsächlich habe sich herausgestellt, dass an Bord eine Möwenabwehr installiert ist. Dabei sind nicht nur zwei Drähte nebeneinander an der Reling entlang um das Boot gelegt. Darin fließt wie bei einem elektrischen Koppelzaun offenbar auch Strom, meinte Kölzow. Der sorgt manchmal offenbar für Funkenschlag.

Kölzow möchte gern wissen, ob so eine Anlage überhaupt erlaubt ist. Deswegen schaltete er das Umweltamt des Landkreises Seenplatte und das Ordnungsamt der Stadt ein. Denn er weiß nicht, ob Möwen Spannung und Stromstärke ertragen können, wenn sie die beiden Drähte überbrücken. Vor allem fragt er sich, ob kleinere Vögel wie Zaunkönige oder Spatzen von solchen Stromschlägen nicht gleich getötet werden. Er vermutet, dass das schon reihenweise passiert ist und die Piepmätze einfach in das Wasser fallen.

Umweltamt ist an dem Fall dran

Die Funkenschläge haben Angler am Ufer auch schon öfter beobachtet. Ob sie aber von kleinen Vögeln ausgelöst worden sind, die anschließend ins Wasser fielen, konnten sie indes nicht sagen. Tote Vögel hätten sie noch nicht gesehen. Beim Landkreises gab es am Freitag keine Informationen zu dem Verfahren, obwohl Kölzow die Sache schon vor zwei Wochen angezeigt hatte. Kreissprecherin Haidrun Pergande bestätigte aber, dass das Umweltamt die Angelegenheit mit dem Hausboot schon untersucht.

Marius Adrion, Vogelschutzexperte beim NABU (Naturschutzbund Deutschland) kennt vor allem Anlagen, die mit Ultraschall funktionieren. Ihm ist aber auch eine Firma bekannt, die solche Anlagen mit einer Stromabwehr vertreibt. „Doch diese Anlage sieht sehr nach Eigenbau aus“, schätzte er nach einem Blick auf die Bilder ein.

Zur Vogelabwehr nur spezielle Trafos erlaubt

Davon geht auch Jörg Nitzsche von der Firma Toni, einem Lösungsanbieter für Vogelabwehr bzw. Vogelschutz, aus. Solche Eigenbau-Anlagen hätten in der Regel aber einen Trafo von Weidezäunen, der auch Spannungen von mehr als 7000 Volt abgibt. Für die Vogelabwehr seien aber nur besondere Trafos mit maximal 5000 Volt erlaubt.

In einer anderen Sache winkte Stadtrat Theodor Feldmann gleich ab: Kölzow äußerte nämlich auch Vermutungen, dass der Fäkalientank des Hausbootes nicht abgepumpt und möglicherweise im Hafenbecken entleert wird. „Der Tank des Bootes ist mehrere Male entleert worden“, sagte Feldmann nach Rücksprache mit dem Hafenbetreiber. Es gebe dafür eine Vorrichtung.

Der Eigentümer des Bootes ist der Redaktion nicht bekannt. Er war auch über den Makler, der das Hausboot offenbar verkaufen soll, nicht zu erreichen.

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Kommentare (3)

....kann nicht töten, perverse Menschen schon!

...kann nicht töten, perverse Menschen schon!

...wieder mal ein Gestapo-Confident, der noch zusätzlich keine Physik in der Schule gelernt hat.