TOTER IN MALCHIN

Sind die Verdächtigen schuldfähig?

Ende Juni hatte die Polizei auf einem Malchiner Hinterhof einen 61-Jährigen gefunden, der durch ein Gewaltverbrechen gestorben war. Zwei Verdächtige sitzen weiter in U-Haft. Doch wie ist mittlerweile der Stand der Ermittlungen?
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Kriminalbeamte sicherten am Abend des 28. Juni Spuren auf dem Hof eines Mietshauses in der Malchiner Kreuzstraße. Hier w
Kriminalbeamte sicherten am Abend des 28. Juni Spuren auf dem Hof eines Mietshauses in der Malchiner Kreuzstraße. Hier war ein 61-jähriger Bewohner einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Felix Gadewolz
Malchin.

Ausgerechnet am Stadtfest-Wochenende war Malchin Ende Juni von einem furchtbaren Verbrechen aufgeschreckt worden. Auf einem Hinterhof in der Kreuzstraße hatte die Polizei die Leiche eines 61-jährigen Malchiners gefunden. Der Mann sei an „massiver stumpfer Gewalt“ gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft kurz darauf mit. Ein 39-jähriger Mitbewohner des Getöteten und sein 16 Jahre alter Sohn sitzen seitdem wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags in Untersuchungshaft.

Was genau an dem verhängnisvollen Abend auf dem Hinterhof passierte, das ist auch zweieinhalb Monate nach der Tat immer noch nicht aufgeklärt. Die beiden Verdächtigen schweigen nach wie vor. Und auch die Zeugen-Aussagen sind nach Informationen des Nordkurier wohl alles andere als eindeutig. Zwar steht mittlerweile fest, dass an jenem Abend bei einer Art Party auf dem Hinterhof, bei der auch reichlich Alkohol floss, noch weitere Personen mit dabei waren. Ob die allerdings wirklich gesehen haben, wie der 61-Jährige zu Tode kam, da scheiden sich die Geister. Die Frage ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Zeugen dann eventuell selbst Schwierigkeiten bekommen könnten – wegen unterlassener Hilfeleistung.

Für die Verdächtigen sollen nun Gutachten in Auftrag gegeben werden, um die Schuldfähigkeit festzustellen, wie es aus Justiz-Kreisen heißt. Zu klären ist dabei die Frage, ob und wie stark Vater und Sohn unter dem Einfluss von Alkohol oder auch anderen Substanzen standen und ob ihre Schuldfähigkeit dann eingeschränkt war.

Nach Warnschüssen den Widerstand aufgegeben

Beide waren an jenem Abend mit einer Schaufel durch die Wiesen-, Feld- und Kreuzstraße gezogen und hatten an mehreren Autos mit Fußtritten unter anderem die Außenspiegel demoliert. Insgesamt waren dabei laut Polizei zehn Autos beschädigt worden. Anwohner hatten berichtet, dass die beiden sichtlich betrunken gewesen waren. Als die Polizei eintraf, hatte der 39-Jährige die Beamten mit einem Messer und einem Beil angegriffen. Erst nachdem die Polizisten vier Warnschüsse abgegeben hatten, kniete der Mann nieder und legte alle Waffen ab. Auch der Sohn hatte laut Polizei versucht, Widerstand zu leisten.

Als die Polizei dann die Schäden an den Fahrzeugen aufnehmen wollte, war die Leiche des 61-Jährigen entdeckt worden.

Wann die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Verdächtigen dürfen höchstens sechs Monate in Untersuchungshaft bleiben. Über eine Verlängerung müsste das Oberlandesgericht entscheiden. Allerdings geht man derzeit in Justizkreisen nicht davon aus, dass ein solcher Antrag nötig sein wird.

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