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Tragödie von Salem - was ist schiefgelaufen?

Der Unglücksort am Tag danach: Eine Kerze erinnert an der Wetterhütte von Salem an den tödlichen Unfall.
Der Unglücksort am Tag danach: Eine Kerze erinnert an der Wetterhütte von Salem an den tödlichen Unfall.
Torsten Bengelsdorf

Die Betroffenheit ist groß in Malchin über den Tod eines Bauhof-Mitarbeiters. Die Ermittler von Polizei und Arbeitsschutz vernehmen derzeit noch Zeugen. Sie wollen schnell Antwort auf die Frage: Trägt jemand Schuld an dem Unglück?

Ein kleines Windlicht war am Mittwoch alles, was in Salem noch an den schrecklichen Unfall vom Vortag erinnerte. Aufgestellt hatte die Kerze ein Anwohner direkt an der Rehhütte, die am Dienstagnachmittag an der Dorfstraße abgeladen werden sollte. Eigentlich Routine-Arbeit für die Mitarbeiter des Malchiner Stadtbauhofes. Doch am Dienstag ist hier etwas entsetzlich schiefgelaufen.

Warum der Unterstand plötzlich kippte und einen 54-jährigen Stadtbauhof-Mitarbeiter so schwer am Kopf verletzte, dass er noch an der Unglücksstelle starb, das versuchen jetzt Ermittler der Kriminalpolizei gemeinsam mit Mitarbeitern des Arbeitsschutzes herauszubekommen. Mit ersten Ergebnissen wird noch in dieser Woche gerechnet. „Wir prüfen derzeit, ob ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen eine konkrete Person eingeleitet wird“, sagte am Mittwoch Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler gegenüber dem Nordkurier. Noch würden Zeugen vernommen, der Arbeitsschutz prüfe, ob bei den Entladearbeiten alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden sind.

Kerze flackert am Unterstand

Wie groß die Betroffenheit im Stadtbauhof ist, wurde am Mittwoch auch dadurch deutlich, dass sich das Rathaus um eine seelsorgerische Betreuung der Bauhof-Mitarbeiter bemühte. Ein Praktikant, der bei dem Unglück dabei gewesen ist, sei krank geschrieben, berichtete Bürgermeister Jörg Lange. Er sei zusammen mit seinem Mitarbeiter Jochen Banek noch am Dienstagabend bei den Mitarbeitern des Bauhofes gewesen, um zu helfen, das Unfassbare zu verarbeiten. Noch schwieriger sei am Dienstag aber der Besuch bei der Lebenspartnerin des Getöteten gewesen. Gemeinsam mit zwei Polizisten habe er ihr die Todesnachricht überbringen müssen, erklärte der Bürgermeister. „Wir haben noch eine befreundete Familie hinzu geholt und auch angeboten, dass wir helfen werden, wo immer Hilfe nötig ist“, sagte Jörg Lange.

Am Mittwochvormittag hatte der Bürgermeister eine Personalversammlung im Rathaus einberufen, um über das Unglück zu informieren. Der Wetterschutz in Salem dagegen stand am Mittwoch einsam und verlassen da. Die Kerze im Windlicht flackerte, doch Platz nehmen wollte an dem Unterstand niemand.

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