INVESTITIONEN

Trotz Corona will sich Malchin ganz schön was leisten

Im Malchiner Doppel-Etat 2020/21 steht trotz Corona-Krise wieder eine ganze Reihe von Investitionen. Eine Auswirkung hat das Virus dann aber doch.
Beim Straßen- und Kanalbau wird die Petersilienstraße die Malchiner in diesem Jahr noch eine Weile beschäftig
Beim Straßen- und Kanalbau wird die Petersilienstraße die Malchiner in diesem Jahr noch eine Weile beschäftigen. Danach soll es in der sich anschließenden Steintor-Mauer-Straße weitergehen. Torsten Bengelsdorf
Malchin ·

Als wenn da nichts gewesen wäre: Die Stadt Malchin hat gerade ihr finanzielles Kursbuch für die nächsten zwei Jahre auf den Weg gebracht. Wer nun an einen absoluten Sparhaushalt infolge der Corona-Krise glaubt, wird sich verwundert die Augen reiben. Die wirtschaftlichen Folgen für die Stadt sind derzeit noch überschaubar. Einige Unternehmen hätten Stundungen von Gewerbesteuern beantragt, berichtet Bürgermeister Axel Müller (CDU). Und dann werden die Steuer-Abgaben zumindest von einigen Unternehmen wohl geringer ausfallen. Verlässliche Aussagen dazu könne man aber noch nicht treffen.

Und so plant Malchin in diesem und im nächsten Jahr Investitionen, als wenn es kein Corona gäbe. Worauf viele Malchiner schon lange warten: Der Spielplatz auf der Wallanlage soll in diesem Jahr nun endlich eingerichtet werden. In dieser Woche wird sich die Stadt die Angebote anschauen, die auf die Ausschreibung des Spielplatz-Baus eingegangen sind. Submission heißt dieses Verfahren. Noch länger warten die Malchiner auf die Sanierung des Marktpflasters. Hier nennt Bürgermeister Müller jetzt den Herbst als Zeitpunkt für den Baustart.

Hundertausende Euro für Badewasser-Heizung

Ebenso ein Malchiner Dauerbrenner ist die Badewasser-Erwärmung. Weil die Stadt dafür bereits Fördermittel zugesagt bekommen hat, taucht dieser Posten gleich bis zum Jahr 2023 mit Summen zwischen 135.000 und 215.000 Euro auf. Welche Wasserheizung mit diesem Geld nun aber genau installiert wird, das ist noch gar nicht raus.

Mehrere Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in die Sanierung und den Umbau der Marcus-Schule und in die Umgestaltung der Linden-Turnhalle in ein Multifunktionsgebäude. Für beide Maßnahmen wird in diesem Jahr erst einmal Geld für die Planungen ausgegeben.

Der Rubel rollt auch wieder in den Ortsteilen, besonders in Remplin, wo für die Dorfentwicklung in diesem Jahr 925.000 Euro und im nächsten Jahr noch einmal 550.000 Euro bereitstehen – natürlich immer mit Fördermitteln gestützt. Ganz ohne Zuwendungen muss die Stadt das Problem der Straßenlampen in Scharzpow in diesem Jahr lösen – ohne Solarfunzeln, sondern wieder mit „richtigem“ Strom. 193.000 Euro sind dafür erst einmal eingeplant. Und auch für eine Teilsanierung des Retzower Pferdestalls ist Geld da: 45.000 Euro.

Stadtfest soll nach Ausfall im kommenden Jahr etwas größer werden

Beim Straßenbau schlagen in diesem und im nächsten Jahr der zweite Bauabschnitt der Petersilienstraße sowie der Straßen- und Tiefbau in der Steintor-Mauer-Straße zu Buche. Außerdem wird Malchin mit den Planungen für den Ausbau der Mühlenstraße beginnen.

Ganz coronafrei ist der Haushalt dann aber doch nicht. Bei den Zuschüssen für die Vereine und Verbände fällt auf, dass in diesem Jahr mit 70.000 Euro etwa 5000 Euro weniger gezahlt werden sollen als 2019. Im nächsten Jahr steigen die Zuschüsse dann wieder auf 77.000 Euro. Die Erklärung von Malchins Haushältern: „Der höhere Zuschussbedarf im Haushaltsjahr 2021 ergibt sich aus der coronabedingten Absage des Stadtfestes im Jahr 2020. Der vertraglich vereinbarte Betrag mit dem Veranstalter soll im kommenden Jahr zusätzlich ausgezahlt werden, um ein etwas größeres Stadtfest zur 785-Jahr-Feier der Stadt Malchin umzusetzen.“

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