Wendischhagen ist eigentlich eine 30er-Zone. Doch Messungen haben ergeben, dass sich keiner daran hält. Durchschnittlich
Wendischhagen ist eigentlich eine 30er-Zone. Doch Messungen haben ergeben, dass sich keiner daran hält. Durchschnittlich werde hier mit 70 km/h durchgebrettert. Manch ein Raser sogar mit deutlich mehr. Kirsten Gehrke
B104

Über 110 km/h in der 30-Zone – Ideen gegen dreiste Raser gesucht

Messungen in Malchins Ortsteil Wendischhagen haben ergeben, dass sich kaum ein Kraftfahrer an die vorgeschriebenen 30 km/h hält. Nun will die Stadt im Verkehrskonzept reagieren.
Malchin

Kommt nun doch eine Verkehrsberuhigung in Malchins Ortsteil Wendischhagen? Seit Jahren beklagen sich Anwohner über die Raserei durch den lang gestreckten Ort. Eigentlich sind hier nur 30 km/h erlaubt. Aber daran hält sich kaum einer. Die Bewohner forderten die Stadt auf, etwas zur Verkehrsberuhigung zu tun. Schließlich würden im Sommer viele Radfahrer die Strecke nutzen, und auch Kinder spielen auf den Grundstücken und könnten auf die Straße laufen. Etliche Tiere, wie Katzen, seien der Raserei bereits zum Opfer gefallen.

Sogar 115 km/h gemessen

Doch noch vor zwei Jahren hatte die Stadt den Wendischhagenern kaum Hoffnung gemacht, dass diesbezüglich Maßnahmen geplant werden. Mit dem überarbeiteten Verkehrskonzept aber, werde nun wohl doch an eine Veränderung gedacht. Wie Bürgermeister Axel Müller in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadtvertretung sagte, habe sich die Strecke, die von der Bundesstraße 104 bis zur Landesstraße L 20 führt, tatsächlich als Rennstrecke erwiesen.

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Es habe mehrere Zählungen und Geschwindigkeitsmessungen gegeben. Dabei sei festgestellt worden, dass durchschnittlich die Kraftfahrer 71 km/h gefahren sind! Der Schnellste war mit 115 km/h unterwegs, der Langsamste mit 51 km/h. Und das alles bei erlaubten 30. Somit müsse sich jetzt doch überlegt werden, welche verkehrsberuhigende Maßnahme vorgenommen werden sollte, aufzupflastern oder so genannte Hückel einzubauen. Von Letzterem sei Müller selbst kein Freund davon, sagte er. Die Anwohner jedoch würden Bremsschwellen favorisieren.

Auch AfD-Stadtvertreter Christian Skotnik lehnte diese Möglichkeit ab. Dann könnten Motorräder und Oldtimer-Fahrzeuge hier nicht mehr langfahren. Das sei dann unmöglich, meinte er. Wie Müller indes sagte, wäre eine andere Lösung die beste, idealerweise einen kombinierten Rad- und Gehweg an der Strecke zu bauen. Doch das wäre ein großer Kostenfaktor und daher unsicher, ob das umzusetzen sei.

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