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Suche nach Vermisstem soll ausdehnt werden

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Unglück auf dem Malchiner See: Polizei vor Rätsel

Kerzen, ein Herz und ein Name – stilles Gedenken am kleinen Strand von Seedorf an den verunglückten Malchiner. Bis jetzt ist noch unklar, was ihm auf dem See zugestoßen ist.
Kerzen, ein Herz und ein Name – stilles Gedenken am kleinen Strand von Seedorf an den verunglückten Malchiner. Bis jetzt ist noch unklar, was ihm auf dem See zugestoßen ist.
Torsten Bengelsdorf

Auch am Montag ist die Suche nach dem verschollenen Freizeit-Skipper auf dem Malchiner See fortgesetzt worden. Doch es ist nicht einmal bekannt, wo genau der Mann verunglückt sein könnte. Die Strömung und das kalte Wasser erschweren die Suche zusätzlich.

Es ist merkwürdig still auf dem Malchiner See. Kein Angler, kein Sportboot lässt sich blicken. "Wer will denn jetzt auch schon rausfahren, wo man doch nie weiß, was einen da auf dem Wasser Schreckliches erwarten könnte", sagt einer der Freizeitskipper von den Seedorfer Bootshäusern. Immer wieder geht der Blick hinaus auf die kurzen, stuckigen Wellen, die für den flachen See so typisch sind. Und obwohl es der Wind an diesem Vormittag nur auf Stärke 3 schafft, zeigen die Wellen erste weiße Zähne. Irgendwo da draußen muss es passiert sein.

Am Abend des 1. Mai ist der 47-jährige Malchiner wohl über Bord seines Angelbootes gegangen. Wann und wo genau, steht immer noch nicht fest. Das herrenlose Boot kreiste mit laufendem Motor auf dem See. Auch am Montag fehlt von dem Skipper weiter jede Spur. Die Wasserschutzpolizei hat am kleinen Strand von Seedorf erneut ihr Schlauchboot zu Wasser gelassen. Noch einmal soll der Schilfbereich abgesucht werden. Hierher hätte der Nordwind in den vergangenen Tagen alles getrieben, was auf dem Wasser schwimmt.

Polizei will Suche in den kommenden Tagen ausdehnen

Der See hat nur eine leichte Strömung und ist mit elf, zwölf Grad Wassertemperatur noch relativ kalt. Beides erschwert die Suche zusätzlich. Vieles spreche dafür, dass der Mann immer noch dort liegt, wo er untergegangen ist. Doch niemand weiß, wo es zu dem Unglück gekommen war. Deshalb verwirft die Polizei auch erneut den Plan, Taucher ins Wasser zu bringen. Dafür ist der See einfach zu groß.

Unterstützung kommt aus der Luft. Der Polizeihubschrauber kehrt gerade von einem Einsatz aus Neubrandenburg zurück und nimmt erneut den Malchiner See ins Visier. Ausgerüstet mit mehreren Spezialkameras. Doch auch die helfen bis zum Montagabend nicht weiter. Die Wasserschutzpolizei will ihre Suche in den nächsten Tagen noch weiter ausdehnen. Dazu sollen auch noch mehr Leute an den See gebracht werden. „Außerdem wollen wir die Fischereien und die Angler noch aufsuchen und sie bitten, besonders aufmerksam zu sein“, kündigt Wasserpolizist Detlef Schelän an.

Das letzte Todesopfer hatte der Malchiner See im Jahr 2009 gefordert. Ein verunglückter Segler war damals nach zwei Tagen gefunden worden. Sechs Jahre zuvor war allerdings ein Bootsführer zwei Monate auf dem See verschollen, bis seine Leiche im Schilf entdeckt wurde.