Arbeitskampf
Unilever warnt vor Warnsteiks bei Pfanni in Stavenhagen

Das Tarifangebot der Arbeitgeberseite für die Pfanni-Mitarbeiter in Stavenhagen ist der Gewerkschaft NGG zu niedrig. Sie will mit Warnstreiks Druck machen.
Das Tarifangebot der Arbeitgeberseite für die Pfanni-Mitarbeiter in Stavenhagen ist der Gewerkschaft NGG zu niedrig. Sie will mit Warnstreiks Druck machen.

Die Gewerkschaft NGG hatte vor wenigen Tagen Warnstreiks im Stavenhagener Pfanniwerk angekündigt. Beim Mutterkonzern Unilever befürchtet man Schäden für den Betrieb.

Beim Mutterkonzern Unilever ist man gar nicht glücklich, dass im Stavenhagener Pfanniwerk in den nächsten Wochen gestreikt werden soll. „Wir bedauern, dass das Angebot der Arbeitgeber-Verbands nicht gefruchtet hat”, sagte Konstantin Bark, Pressesprecher von Unilever.

In seinen Augen sei es ein gutes Angebot gewesen, das am Ende des zweiten Verhandlungstags vor einer Woche auf dem Tisch gelegen hatte. Die Arbeitgeberseite habe eine Lohnerhöhung von insgesamt 5,5 Prozent für einen Zeitraum von 24 Monaten angeboten.

Angebot für Gewerkschaft nicht ausreichend

Das war für die Gewerkschaft NGG (Nahrung, Genuss, Gaststätten) aber zu wenig, um die Ostlöhne in den kommenden Jahren auf Westniveau zu bringen. Deswegen hatte Landesgeschäftsführer Jörg Dahms vor wenigen Tagen Warnstreiks bei Pfanni und fünf anderen Unternehmen in der Ernährungsbranche in MV angekündigt.

Gestreikt werden solle auch bei Dr. Oetker in Wittenburg, Carl Kühne KG Hagenow, Nestlé Schwerin und Conow, Emsland Food Hagenow. Dahms begründete den Schritt auch mit der hohen Produktivität in diesen Betrieben, die sich nicht bei den Löhnen wiederspiegele.

Unilever-Sprecher sieht Gefahren

Bei Unilever würde man lieber sehen, wenn es diesen Warnstreik nicht gäbe. „Jeder Streik bringt ein Werk auch in Gefahr”, warnte Konstantin Bark. Denn die Kosten des Produktionsausfalls müssten wieder aufgefangen werden. Bei Unilever wolle man gemeinsam eine Lösung am Verhandlungstisch finden. Die Werkleitung werde sich aber auf den Warnsteik vorbereiten, um den Schaden bei Pfanni möglichst gering zu halten.

Für Konstantin Bark sei es auch schwierig, verschiedene Tarifgebiete und Standorte zu vergleichen. Bei der Höhe der Löhne müsse man auch immer die wirtschaftlichen Strukturen und Kostenstrukturen in dem jeweiligen Gebiet betrachten. Die seien in München anders als in MV.