STRAßENBAU

Urlauber-Trasse am Malchiner See im Juli voll gesperrt

Ausgerechnet in der Ferienzeit soll die Landesstraße am Malchiner See für einen ganzen Monat abgeriegelt werden. Vor allem beim Campingplatz-Betreiber in Seedorf läuten die Alarmglocken.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Zerfahrene Randstreifen, schief stehende Kilometer-Steine und Begrenzungspfosten – so sieht die L20 an vielen Stellen zwischen Dahmen und Malchin aus. Für Lkw ist die Fahrbahn an einigen Abschnitten einfach zu schmal.
Zerfahrene Randstreifen, schief stehende Kilometer-Steine und Begrenzungspfosten – so sieht die L20 an vielen Stellen zwischen Dahmen und Malchin aus. Für Lkw ist die Fahrbahn an einigen Abschnitten einfach zu schmal. Torsten Bengelsdorf
Seedorf.

Nur nicht schon wieder: Lutz Heber kann sich noch gut an den Sommer 2014 erinnern. Mitten in der Ferienzeit ließ das Straßenbauamt damals die Landesstraße  20 über Dahmen und Seedorf erneuern. Die wichtige Verbindung zwischen den Bundesstraßen 108 und 104 war über Wochen abschnittsweise gesperrt. Damit war dann auch die Zufahrt zum Zeltplatz in Seedorf, den Lutz Heber seit vielen Jahren betreibt, abgeschnitten.

Und das soll sich nun in diesem Sommer alles wiederholen. Das Straßenbauamt kündigte jetzt an, die L20 von der B108 bei Ziddorf bis nach Malchin komplett sperren zu wollen. Am 1. Juli geht es los. „Die Arbeiten sollten bis zum 31. Juli abgeschlossen sein, vielleicht aber auch schon nach drei Wochen“, hofft die Leiterin der Stavenhagener Straßenmeisterei Beate Rüdiger.

Straße zu schmal für halbseitige Sperrung

Doch warum muss nach nur fünf Jahren schon wieder an der Strecke gearbeitet werden? Diesmal ist es nicht der Asphalt, sondern die Banketten müssen wieder hergestellt werden, erläutert Frau Rüdiger. „Und diese Arbeiten können wegen der geringen Straßenbreite nur unter Vollsperrung ausgeführt werden.“

Die Randstreifen entlang der L20 haben tatsächlich viel auszuhalten. Immer wieder ist schweren Lastern die Straße einfach zu schmal, sodass die schweren Fahrzeuge die Banketten zerfurchen, einige Brummis blieben hier sogar schon stecken. Die Landesstraße zwischen Malchin und der B108 ist an einigen Stellen nämlich gefährlich eng. Statt der üblichen 6,50 Meter müssen die Fahrzeuge auch schon mal mit einer Fahrbahn-Breite von 5,50 Meter oder sogar an einigen Punkten von nur fünf Metern auskommen.

Banketten vor zwei Jahren erst repariert

Begegnen sich da zwei Brummis, kommt nur noch ein Ausweg infrage: Mit einer Hälfte runter von der Straße rein in die Bankette. Vor zwei Jahren mussten die Randstreifen deshalb schon einmal repariert werden. Doch als dann im vergangenen Jahr wegen der Sperrung in Teterow der gesamte Laster-Verkehr der B104 auf die schmale Landesstraße umgeleitet wurde, war von den Randbefestigungen nicht mehr viel zu retten. Deshalb nun Komplettsanierung mit Vollsperrung im Ferienmonat Juli.

„Dieser Monat ist für uns die wichtigste Zeit. 80 Prozent der Urlauber kommen im Juli. Wenn dann hier alles dicht ist, kann ich ja gleich zum Amt gehen“, empört sich Campingplatz-Betreiber Lutz Heber. Die Straßenmeisterei stellt zumindest für Anwohner während der Bauarbeiten „eine Lösung“ in Aussicht. Urlauber lassen sich allerdings von jeglicher Art von Sperrschildern abschrecken. Das zumindest hat man in Dahmen und Seedorf noch von 2014 in unschöner Erinnerung.

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