Der 36-jährige Angeklagte bespricht sich mit seinem Verteidiger. Am Mittwoch sagte ein weiterer Zeuge vor dem Rostocker L
Der 36-jährige Angeklagte bespricht sich mit seinem Verteidiger. Am Mittwoch sagte ein weiterer Zeuge vor dem Rostocker Landgericht aus. Stefan Tretropp
Versuchter Totschlag

Urteil im Teterower Axt-Prozess fällt frühestens im August

Mit einem überraschenden Zeugen wurde am Mittwoch der Prozess wegen versuchten Totschlags am Rostocker Landgericht fortgesetzt. Auch eine DNA-Expertin kam zu Wort.
Teterow

Das Strafverfahren gegen den Armenier Seryozha H.(36) wegen versuchter Tötung wurde am Mittwoch mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Rostock legt dem Angeklagten zur Last, am Abend des 9. Dezember 2019 in Teterow vor einem Haus am Kirchplatz auf seinen vermeintlichen Rivalen Tom Sch.(25) mit einer Axt losgegangen zu sein, um ihm, wie angekündigt den Kopf zu spalten. Antonia O.(19), und Andreas S.(33), die Augenzeugen der Tat, hatten in der vergangenen Woche recht widersprüchliche Aussagen zum Geschehen gemacht. Seryozha H. hat sich bis jetzt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Werner K.(65), Rentner und Essenausfahrer einer Teterower Firma, war am Mittwoch pünktlich zur Stelle, obwohl ihn erst am Dienstagabend Polizeibeamte informiert hatten, dass er vor dem Rostocker Landgericht aussagen solle. Werner K. ist Eigentümer eines Wohnhauses in der Schulstraße 14 in Teterow und somit der Vermieter der Wohnung des Augenzeugen Andreas S.(33).

Tatwaffe aus der Werkstatt mitgenommen

Werner K. hatte am Abend es 9. Dezember in seinem Wohnzimmer gesessen und gehört, wie mehrere Leute aus seinem Haus traten, berichtete er. Deutlich habe er die Stimme des Andreas S. erkannt: „Lasst doch den Mist. Holt die Bullen”, hätte dieser zu seinen Gästen gesagt. Wer alles dabei war, konnte er nicht angeben. Die Tatwaffe würde ihm gehören, die hätte sein Untermieter aus der Werkstatt mitgenommen. Die Tür sei hier nie abgeschlossen, so dass Andreas S. freien Zugang hatte. Der Angeklagte sei ihm nur vom Sehen bekannt, sagte Werner K. Tom Sch. und sein Vater kämen nicht mehr ins Haus. Zu den ständigen Besuchern von Andreas S. gehöre auch Antonia O., gab der Zeuge an.

Mischspuren auf Axtgriff gefunden

Anschließend kam die DNA-Expertin der Rechtsmedizin der Rostocker Universität, Dr. Iris Lindner, zu Wort. Sie hatte den Griff des Tatwerkzeuges auf DNA untersucht, aber nur zwei Mischspuren von insgesamt drei Personen gefunden, darunter auch eine DNA, die mit der des Angeklagten übereinstimmt.

Der Vorsitzende Richter teilte am Mittwoch noch mit, dass in der Zelle des Angeklagten ein Handy gefunden und auf Gerichtsbeschluss beschlagnahmt worden sei. Die Staatsanwaltschaft ist jetzt dabei, alle Daten des Handys auszuwerten und Gespräche nachzuverfolgen. Am 29. Juni wird der Prozess fortgesetzt. Mit dem Urteil ist erst am 17. August zu rechnen.

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