TOTSCHLAG-VERDACHT

Verdächtige schweigen nach Leichenfund in Malchin

Was ist am Freitagabend in der Malchiner Kreuzstraße passiert? Noch immer gibt der Leichenfund viele Rätsel auf. Anwohner berichten über eine Reihe von Merkwürdigkeiten.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Auf dem Hof dieses Hauses wurde am Wochenende die Leiche des 61-jährigen Malchiners gefunden. Welches Drama sich hier abgespielt hat, liegt aber immer noch im Dunkeln.
Auf dem Hof dieses Hauses wurde am Wochenende die Leiche des 61-jährigen Malchiners gefunden. Welches Drama sich hier abgespielt hat, liegt aber immer noch im Dunkeln. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Die Aufregung in der Malchiner Kreuzstraße hat sich etwas gelegt. Es sind Ferien, einige Anwohner sind offensichtlich verreist und wer zu Hause ist, sieht zu, schnell von der Straße zu kommen. Nein, eigentlich hat die Bewohner des grauen Mehrfamilienhauses, das am Wochenende über viele Stunden im Fokus der Polizei gestanden hat, niemand so richtig gekannt. „Das sind Leute, die man lieber meidet“, heißt es in der Kreuzstraße. Sie seien kaum zu sehen gewesen. Höchstens mal, wenn einer von denen zum Netto hoch ging, um sich Schnaps zu holen.

Noch immer rätselt man hier: Wer ist der Tote, den Polizisten auf einem Hinterhof entdeckt hatten? Vielleicht jener ältere Mann, den man auch öfter im Stadtpark sitzen sah? Es kursiert eine ganze Reihe von Namen, doch sicher ist sich niemand. In dem Haus sei öfter gefeiert worden, ziemlich laut war es dann im oberen Teil der Kreuzstraße, die an dieser Stelle nicht gerade zu den nobelsten Adressen Malchins gehört. Gleich an der Einfahrt verspricht das alte „Video-Eck“: „Ein Besuch lohnt immer.“ Allerdings ist das Haus längst verlassen, die Fenster sind zugenagelt, der Putz bröckelt an breiter Front. Und es ist nicht das einzige leer stehende Haus, an dem sich dann auch noch das Unkraut hinauf rankt. Auffallend in der Kreuzstraße sind die vielen alten Haustüren, denen man nicht unbedingt zutraut, dass sie unerwünschten Besuch fernhalten könnten.

Eine dieser Türen führt auch zu dem Hinterhof, auf dem die Polizei am Freitagabend die Leiche des 61-Jährigen fand. Wie der Mann ums Leben gekommen ist, halten Polizei und Staatsanwaltschaft immer noch geheim. Von der am Montag angesetzten Obduktion lagen der Staatsanwaltschaft bis zum Nachmittag noch keine Ergebnisse vor.

Außenspiegel von Autos abgerissen

Die beiden Tatverdächtigen, ein 39-jähriger Deutscher und sein 16 Jahre alter Sohn, gegen die am Wochenende Haftbefehle wegen Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags erlassen wurden, schweigen zu den Vorwürfen, wie ein Sprecher des Amtsgerichtes Neubrandenburg am Montag sagte.

In der Kreuz- und der benachbarten Wiesenstraße haben derweil einige Autobesitzer ihren Wagen am Montag in die Werkstatt gebracht, die meisten wegen abgerissener Außenspiegel. Hier hatte der 39-Jährige zunächst randaliert und eine eintreffende Streifenwagen-Besatzung dann mit einem Messer und einem Beil bedroht. Im Umfeld der Kreuzstraße wird auch über den Polizei-Einsatz diskutiert. Vor allem über die vier Warnschüsse, die die Polizei abgegeben hatte.

Müssen nach den schrecklichen Ereignissen vom Wochenende die Anwohner in der Kreuzstraße nun in Angst leben? „Nein“, sagte einer am Montag. Jetzt sei ja in dem Haus niemand mehr da, vor dem man sich fürchten müsse.

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