Arbeiter schwer verletzt

:

Verdächtiger ist nach der Messer-Attacke frei

Mit solchen Heckenscheren werden Büsche und Sträucher im Malchiner Gewerbegebiet derzeit geschnitten. Während der Arbeit war am Montag ein 36-Jähriger mit einem Messer angegriffen worden. 
Mit solchen Heckenscheren werden Büsche und Sträucher im Malchiner Gewerbegebiet derzeit geschnitten. Während der Arbeit war am Montag ein 36-Jähriger mit einem Messer angegriffen worden.
Torsten Bengelsdorf

Die Tatwaffe ist verschwunden, das Motiv völlig unklar: Der Angriff auf einen Mitarbeiter des Stadtbauhofes gibt Rätsel auf. Auch weil der Täter schweigt.

Einen Großteil der langgezogenen Straße durch das Gewerbegebiet haben die Mitarbeiter des Stadtbauhofes am Dienstag bereits geschafft. Das Wetter ist ideal, um jetzt am Straßenrand die Büsche und Sträucher zu schneiden. Die Motoren der Heckenscheren rattern so wie auch am Vortag. Der Vorarbeiter und die beiden ihm zugeteilten Bundesfreiwilligendienst-Beschäftigten tragen wegen des anhaltenden Krachs Gehörschutz.

Einer von den „Bufdis“ fehlt aber. Er liegt nach einer Not-Operation weiterhin schwer verletzt im Krankenhaus, konnte von der Polizei bisher nur kurz vernommen werden. So bleiben die genauen Hintergründe der Messer-Attacke vom Montagvormittag auch weiterhin erst einmal im Dunkeln.

Die Kollegen erkannten den Täter

Der mutmaßliche Täter, ein 34-jähriger Malchiner, schweigt zu den Vorwürfen. Er soll am Montag mit einem Fahrrad zu den Bauhof-Beschäftigten gekommen sein und dann einem 36-Jährigen ein Messer in den Bauch gerammt haben. Das Opfer ist kein Angestellter des Bauhofes, sondern derzeit ebenfalls über den Bundesfreiwilligendienst hier im Einsatz.

Was der Attacke vorausging, ob die beiden vielleicht vorher in Streit geraten waren, das hat niemand weiter bemerkt. „Wir waren voll auf unsere Arbeit konzentriert und haben durch den Gehörschutz auch nichts weiter mitbekommen“, sagt einer der Bauhof-Leute. Erst als der Verletzte dichter gekommen sei – die Hand auf die Wunde gepresst – wurde klar, was passiert war. Das Messer habe der Täter noch in der Hand gehalten. Die Kollegen des Opfers hatten den polizeibekannten Mann erkannt.

Der Beschuldigte ist vorbestraft

Die Tatwaffe ist danach allerdings verschwunden. Die Polizei suchte am Dienstag noch danach. Der mutmaßliche Angreifer war sofort mit seinem Fahrrad geflohen, nach vier Stunden Fahndung hatte ihn die Polizei allerdings im Stadtgebiet von Malchin festnehmen können.

Für viel Unverständnis sorgt in Malchin derweil, dass der Tatverdächtige noch am Montag nach der Vernehmung auf Weisung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gelassen wurde. Vor allem in den soziales Netzwerken ist die Empörung über diese Entscheidung groß.

Haftgründe würden aber nicht vorliegen, erklärte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Dienstag auf Nachfrage des Nordkurier. Es bestehe keine Verdunklungsgefahr, zudem sei der genaue Ablauf der Tat noch ziemlich unklar. Eine Tötungsabsicht, wie in einigen Kommentaren in den sozialen Netzwerken unterstellt wird, sei nicht zu erkennen, so Zeisler. Der Beschuldigte hatte es allerdings bereits ziemlich oft mit der Polizei zu tun und ist auch gerade zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Strafanzeigen hatte er bereits wegen Beleidigung, kleinen Diebstählen und Körperverletzung kassiert.