WAHLKAMPF

Verstörender Wahlspot überschattet Sommerfest der Grünen

In Karnitz bei Neukalen starteten die Seenplatte-Grünen am Samstag ihren Landtagswahlkampf. Ihr Direktkandidat Stephan Frey fiel dabei nicht nur durch Abwesenheit auf.
Der Seenplatte-Kreisverband der Grünen distanzierte sich umgehend von dem Wahl-Spot seines Landtags-Direktkandidaten Stephan Frey.
Der Seenplatte-Kreisverband der Grünen distanzierte sich umgehend von dem Wahl-Spot seines Landtags-Direktkandidaten Stephan Frey. Stefan Sauer
Karnitz ·

Die gute Stimmung wollten sich die Grünen bei ihrem Wahlkampfauftakt im beschaulichen Neukalener Ortsteil Karnitz eigentlich nicht verderben lassen. Aber was sich  ihr Landtags-Direktkandidat für den Wahlkreis 14 (Malchin-Stavenhagen-Altentreptow) Stephan Frey da gerade ausgedacht hatte, sorgte dann beim grünen Sommerfest im Projekthof Karnitz doch für einiges Stirnrunzeln. In seinem Wahlspot zeigt Frey ein düsteres Szenario, das seiner Ansicht nach eintreten könnte, wenn man "Gestrige und Klimaleugner" wählen würde. Kriegsszenen sind da zu sehen und Wehrmachtssoldaten, die offenbar Gefangene bewachen.

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Auf einen Eklat diesen Ausmaßes war die grüne Spitzenkandidatin für die Landtagswahl Anne Shepley am Sonnabend offenbar nicht vorbereitet. Sie wolle sich dazu nicht äußern, so lange sie das Video nicht gesehen habe, meinte sie.

Frey überlegt nun, „aktiven Wahlkampf einzustellen“

Anders dagegen die Sprecherin des Seenplatte-Kreisverbandes der Grünen, Steffi Kühn. „Wir distanzieren uns von diesem Wahlspot, der auch mit uns nicht abgestimmt ist“, sagte sie. Man wolle mit dem Kandidaten jetzt die Diskussion suchen. Am Sonnabend klappte das nicht mehr. Stephan Frey war zum Wahlkampfauftakt nicht gekommen, hatte andere Termine. In einer Erklärung zeigte er sich verärgert über die zunehmende Kritik an seiner Person. Er überlege deshalb „den aktiven Wahlkampf einzustellen“.

Der Wahlspot, den Frey am Freitag über eine Pressemitteilung verbreitet hatte, sei nur parteiintern zur Diskussion und nicht ins Netz gestellt worden, erklärte der aus Briggow stammende Kandidat später.

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Kommentare (1)

"Frey beteuerte gegenüber dem NDR mehrfach, dass das umstrittene Video nicht zum Einsatz kommen werde. Stattdessen werbe er jetzt mit einem anderen Clip um die Wählergunst. Darin zu sehen: "viel Natur". Jetzt will er mit einem Anwalt gegen die Zeitung vorgehen, die den Link zum Video veröffentlicht hatte. Denn das sei gegen seinen Willen geschehen und verletzte Urheberre