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Viele Fragenzeichen bei Klärschlamm-Projekt in Stavenhagen

Ob die Stadtvertreter sich für oder gegen ein zweites Verbrennungswerk von EEW in Stavenhagen aussprechen, das steht noch in den Sternen. Der Bauausschuss stimmte aber schon einmal dagegen. Am Dienstag wird das Unternehmen noch einmal Fragen beantworten.
So könnte die geplanten Klärschlammverbrennungsanlage in Stavenhagen einmal aussehen. Die Stadtvertreter entscheiden
So könnte die geplanten Klärschlammverbrennungsanlage in Stavenhagen einmal aussehen. Die Stadtvertreter entscheiden am 11. Juni, ob sie das Projekt mit Wohlwollen begleiten. EEW Energy from Waste GmbH
Stavenhagen.

Der Stavenhagener Bauausschuss ist bisher nicht überzeugt davon, dass er noch ein zweites Verbrennungswerk in der Schultetusstraße haben will. Dort will das Unternehmen EEW (Energy from Waste) neben dem Heizkraftwerk ein ähnliches Gebäude für die Verbrennung von Klärschlamm errichten. Der Bauausschuss hielt mit drei Gegenstimmen, drei Enthaltungen und nur einer Ja-Stimme gar nichts davon, das gemeindliche Einvernehmen der Stadt für das Vorhaben zu erteilen.

Entscheiden müssen am Ende zwar die Stadtvertreter. Doch im Bauausschuss war zu spüren, dass es sehr viel Skepsis gibt. Vor allem die Verkehrsbelastung ist den Mitgliedern ein Dorn im Auge. Dietmar Dumjahn (Die Linke) befürchtete, dass die Lkw-Transporte stark zunehmen werden und ein Müllimport aus anderen Regionen und aus Brandenburg droht. Denn die Bauamtsleiterin Christine Buchmann hatte zuvor erläutert, dass pro Tag 40 Lkw in der Stadt und in der Schultetusstraße hinzukommen werden. Das wären an der Postkreuzung ein weiteres Plus zu den rund 1300 Lkw.

Werben für die Umgehungsstraße

Norbert Brunsendorf brachte noch einmal den Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Oliver Wickel (CDU) ins Gespräch: Er warb dafür, dass die lange geplante Umgehungsstraße westlich der Stadt zwischen Tankstelle und Gewerbegebiet Preetzer Straße forciert wird. „Sie steht im Bundesverkehrswegeplan. Aber nur mittelfristig“, so Christine Buchmann. Für die Bauamtsleiterin wäre das EEW-Projekt aber ein Anlass, beim Bund auf eine schnellere Umsetzung der Umgehungsstraße zu dringen.

Für Oliver Wickel ist es ein Abwägen zwischen den Belastungen und den Vorteilen, die die Klärschlammverbrennung mit sich bringt. Auf der einen Seite gebe es einige Arbeitsplätzen und günstige Abwärme für die Wärmeversorgung in der Stadt. Vielleicht sei diese grüne Energie von EEW in der Zukunft auch ein Vorteil für den Industriestandort Stavenhagen, meinte er. Auf der anderen Seite sieht Wickel die Verkehrsbelastung. Denn alle Grenzwerte für den Rauchausstoß usw. würden laut Christine Buchmann eingehalten.

Ein Info-Mobil auf dem Markt

In einem Punkt waren die Ausschussmitglieder aber ernüchtert. Denn die Stadtvertreter haben es selbst nicht in der Hand, ob die Klärschlammverbrennung gebaut wird oder nicht. Die Genehmigung erteilt am Ende allein das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Neubrandenburg.

Der Ausschussvorsitzende hofft nun, dass die Stadtvertreter und Ausschussmitglieder auf einer Info-Veranstaltung am Dienstag, dem 2. Juni, um 18 Uhr in der Zweifelderhalle von EEW weitere Fakten bekommen und Fragen stellen können. Die Veranstaltung ist laut Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos) aber nicht öffentlich. Vor allem für die Stadtvertreter sei es wichtig, ausreichende Informationen zu bekommen, um am Ende für oder gegen das gemeindliche Einvernehmen zu entscheiden, meinte er. Eine öffentliche Fragerunde ist nicht vorgesehen, so Guzu. EEW hatte allerdings zugesagt, dass am Donnerstag, dem 4. Juni, ein Info-Mobil auf den Stavenhagener Markt kommt, damit sich Bürger über die Anlage informieren und Fragen stellen können. Die Anwohner können am Donnerstag voraussichtlich von 10 bis 18 Uhr mit den Projektleitern und den Geschäftsführern Morten Holpert sowie Maik Lehmann sprechen, teilte EEW mit.

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Kommentare (1)

Mir drängt sich die Frage auf, warum die EEW den Stadtvertretern nicht öffentlich Informationen geben will. Gibt es für die Stadtvertreter*innen Informationen die die Bürger*innen nicht bekommen soll? Oder gibt es gar Präsente um die Gunst der Stadtvertreter*innen für die Verbrennungsanlage zu bekommen. Mit Offenheit und Transparenz hat das auf jeden Fall nichts zu tun. Ein Geschmäckle bleibt.