SCHULBETRIEB TROTZ CORONA-KRISE

Vierte Klassen werden in Gruppen unterrichtet

Sowohl Grundschüler als auch Lehrer hatten schon Sehnsucht. Am Montag war die Wiedersehensfreude bei den Viertklässlern groß. Doch stellt der Neustart des Schulbetriebs die Einrichtungen in der Region vor große Herausforderungen.
Die Viertklässler in Malchin werden in sechs Gruppen unterrichtet, wie hier ein Teil der 4a, die von Klassenlehrerin Jana
Die Viertklässler in Malchin werden in sechs Gruppen unterrichtet, wie hier ein Teil der 4a, die von Klassenlehrerin Jana Kleemann am Montag begrüßt wurde. Kirsten Gehrke
Jedes Kind sitzt an einem Tisch. Die Tische sind entsprechend der Abstandsregel aufgestellt.
Jedes Kind sitzt an einem Tisch. Die Tische sind entsprechend der Abstandsregel aufgestellt. Kirsten Gehrke
Die Fritz-Reuter-Grundschule in Stavenhagen kehrte mit den vierten Klassen in den „normalen“ Schulunterricht zur&u
Die Fritz-Reuter-Grundschule in Stavenhagen kehrte mit den vierten Klassen in den „normalen“ Schulunterricht zurück. Eckhard Kruse
Haus 2 der Teterower Grundschule gehört jetzt den Viertklässlern. Insgesamt sind sie in acht Gruppen aufgeteilt. Jed
Haus 2 der Teterower Grundschule gehört jetzt den Viertklässlern. Insgesamt sind sie in acht Gruppen aufgeteilt. Jede hat einen eigenen Raum. Simone Pagenkopf
Malchin.

Endlich wieder zur Schule gehen. Viertklässler wie Lehrer der Pestalozzischule in Malchin haben sich aufeinander gefreut, sagte Schulleiterin Grit Teßenow. Beide Seiten seien auch ziemlich aufgeregt gewesen. „Der Start ist sehr gut gelaufen, die Kinder haben sich gut verhalten“, schätzte sie ein. Erst einmal für vier Stunden pro Tag läuft der Unterricht. Die drei Klassen seien in sechs Gruppen eingeteilt. Mit dem Montagmorgen ist damit auch der Schulbetrieb in den Grundschulen wieder gestartet. Die Viertklässler durften als erste nach mehreren Wochen Home-Schooling wegen Corona wieder in die Klassenzimmer. Maximal elf Tische und Stühle waren in den Räumen aufgestellt, so dass der geforderte Abstand eingehalten werden konnte.

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Jede Gruppe werde nur von einem Lehrer unterrichtet, so dass nicht gewechselt werden muss, so Teßenow. Überwiegend Deutsch und Mathe stehen auf dem Stundenplan. Einzeln dürfen die Kinder nur auf die Toilette. Die Klassenlehrer der 4. Klassen haben den Start genau geplant und im Team besprochen. Denn es habe auch organisiert werden müssen, dass Viertklässler und Kinder in der Notbetreuung nicht zusammentreffen. So gebe es unterschiedliche Pausenzeiten. Auf dem Schulhof sind einige Bereiche zudem mit rot-weißem Absperrband abgetrennt. Einfach sei es nicht, alle Hygieneregeln einzuhalten. „Aber wir sind gut vorbereitet“, meinte Grit Teßenow. Ihre Stellvertreterin Heike Reinhardt empfand es indes als beängstigend, als am Montagmorgen die Kinder alle mit Maske dastanden. Obwohl keine Pflicht besteht, möchten viele einen Mundschutz tragen. Für beide Seiten – Schüler und Lehrer – sei alles neu und anders.

Zwei Klassen auf sechs Gruppen verteilt

An der Grundschule „Fritz Reuter“ in Stavenhagen hingegen sind es insgesamt 60 Mädchen und Jungen, die Montag gestartet sind, so Schulleiter Thomas Riedrich. Er ist auch ziemlich zufrieden, wie sich die Schüler nach dem eigenen Hygienekonzept der Grundschule richten. „Unsere Klassenräume sind recht klein. Deswegen können wir nicht 15 sondern nur 10 Kinder gemeinsam unterrichten“, sagte Riedrich. Aus den beiden Klassen seien damit sechs Gruppen entstanden. Von den Lehrern würden sie in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Sachkunde unterrichtet. Trotzdem heiße das nicht, dass mit dem Wegfall von Sport, Werken, Musik und Zeichnen, es gar keine andere Beschäftigung gibt. „Wenn es in Deutsch oder Sachkunde passt, können die Schüler auch einmal ein Lied singen oder ein Bild malen“, erläuterte er. Der Unterricht werde von den beiden Klassenlehrern und von anderen Pädagogen gegeben. Damit letztere mit der Aufgabenbetreuung ihrer eigenen Klassen nicht überfordert sind, haben jetzt Lehrer, die zur Risikogruppe gehören und zu Hause bleiben mussten, die Arbeit übernommen.

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Es seien Aufgaben im Lernportal des Bildungsministeriums einzustellen. Mit einzelnen Familien, die nicht über Internet und E-Mail-Zugang verfügen, seien andere Regelungen getroffen worden. Masken würden die Kinder in der Regel nicht im Unterricht tragen. „Es gibt keine Maskenpflicht“, erläuterte Thomas Riedrich. Es sei denn, die Eltern wünschen das. Dann müssten aber auch hier gesonderte Regeln zum Aufsetzen, zur Ablage und zum Händewaschen eingehalten werden. Mittagessen können die Schüler noch nicht in der Stavenhagener Grundschule. Hier sei es noch komplizierter. Deswegen überlege man in der Schule gerade, wie und wann man den Mittagstisch wieder einführt.

Schulbetrieb ist logistische Herausforderung

In der Teterower Grundschule wurden die vier 4.  Klassen in jeweils zwei Gruppen geteilt. Die Lehrer ließen den Mädchen und Jungen am Montag Zeit, erst einmal wieder in der Schule anzukommen. Die Kinder erzählten von den zurückliegenden Wochen, dass es anfangs cool war, zu Hause zu sein, aber dass dann doch etwas fehlte: Unterstützung beim Lernen und dass sie sich vor allem auf ihre Klassenkameraden gefreut haben. Jetzt habe jede Gruppe in der Schule einen Stammraum. Meistens seien zwei Lehrer in einer Klasse, um verschiedene Fächer abzusichern, sagte Schulleiterin Simone Wagner. Da das Kollegium nicht mehr ganz so jung sei, seien nicht alle Lehrer da. Zwei Kollegen hätten sich, obwohl sie zum Kreis der gesundheitlich Gefährdeten gehören, bereit erklärt, trotzdem in die Schule zu kommen. Dazu gehört die Schulleiterin selbst, die zeitweise präsent ist.

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Der Schulbetrieb samt Gewährleistung aller Hygienemaßnahmen sei eine logistische Herausforderung, verhehlt Simone Wagner nicht. Außer den Viertklässlern seien ja auch Schüler in der Notbetreuung. Zurzeit sind das rund 30 Kinder und die Zahl steige. Die Viertklässler sind in Haus 2 der Grundschule untergebracht, die Notbetreuung erfolge in Haus 1. Pausen werden zu unterschiedlichen Zeiten gemacht. „Zum Glück haben wir noch die Turnhalle, in der wir auch die Waschmöglichkeiten nutzen können“, so die Schulleiterin. Die Eltern auch noch einmal darauf aufmerksam macht, dass es wichtig ist, ihr Kind rechtzeitig für die Notbetreuung anzumelden.

 

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