31 Steintürmchen gibt es auf dem Wanderweg nach Mieckow. Die meisten hat Klaus Maurer aufgestapelt.
31 Steintürmchen gibt es auf dem Wanderweg nach Mieckow. Die meisten hat Klaus Maurer aufgestapelt. Thomas Koch
Ein Weg, der seinen Namen trägt. Seit zwei Jahren heißt der Pfad zwischen Teterow und Mieckow im Volksmund „K
Ein Weg, der seinen Namen trägt. Seit zwei Jahren heißt der Pfad zwischen Teterow und Mieckow im Volksmund „Klausweg“. Eine Wertschätzung für Klaus Maurer, der sich seit mehr als einem Jahrzehnt um den Weg kümmert. Thomas Koch
Rätsel gelöst

Warum ein Mann mit Steintürmchen für Freude sorgt

Auf dem Wanderweg zwischen den Teterower Heidbergen und dem kleinen Dorf Mieckow ist im Laufe der Zeit ein kleiner Kunstpfad entstanden.
Mieckow

Das machte in Mieckow ganz schnell die Runde. Als vor wenigen Tagen öffentlich danach gefragt wurde, wer denn die kleinen Kunstwerke aus Stein baut, die auf dem Landweg unweit des kleinen Dorfes für Aufsehen sorgen, verbreitete sich die Nachricht im Ort wie ein Lauffeuer. Natürlich wissen die Mieckower, wer den ländlichen Weg hier seit Jahren mehr und mehr zu einem Kunstpfad macht, der immer mehr Wandersleute anlockt. Klaus Maurer heißt der gute Mann. 62 Jahre ist er alt, wohnt seit vielen Jahren in der Gemeinde und hat von jeher eine ganz besondere Beziehung zu dem Weg, der quasi vor seiner Haustür beginnt und in die Teterower Heidberge führt.

Schon als Kinder hier Abenteuer erlebt

Mieckow ist von Kindesbeinen an die Heimat von Klaus Maurer, auch wenn es ihn im Laufe seines Lebens immer wieder mal woanders hin verschlagen hat. Und der Weg zu den Heidbergen, das war für ihn schon als Junge ein Abenteuerpfad. „Als Kinder sind wir hier oft auf die Pirsch gegangen, wenn an der Gaststätte ‚Uns Hüsung‘ in den Sommerferien ein Freilichtkino veranstaltet wurde“, erinnert er sich. Schöne Zeiten seien das gewesen.

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Mit viel Freude habe er Anfang der 1990er Jahre verfolgt, wie die ABM des Dorfes den Weg freigeschnitten und dafür gesorgt hat, dass man hier ohne große Hindernisse und Stolpergefahr wandern und spazieren gehen kann. Allerdings war es sehr schnell vorbei mit der Herrlichkeit. ABM-Kräfte gab es schon bald nicht mehr, in der Gemeindekasse fehlte das Geld, der Wanderpfad war mehr oder weniger sich selbst überlassen und wucherte wieder zu.

Selbst ist der Mann

Das wollte Klaus Maurer aber nicht zulassen. Vor fünfzehn Jahren setzte er sich auf seinen Rasentraktor, nahm Hecken- und Baumschere mit an Bord und machte sich ans Werk. Seitdem kümmert er sich immer wieder darum, dass der Pfad, der einen herrlichen Blick auf weite Felder und die Hügellandschaft der Mecklenburgischen Schweiz bietet, in einem guten Zustand ist. Alle zwei, drei Wochen sei er dafür so zusagen als ehrenamtlicher Landschaftspfleger im Einsatz. An das Bauen der kleinen Steintürmchen hat sich Klaus Maurer vor gut fünf Jahren gemacht. „Ich wollte den Weg einfach noch ein bisschen interessanter und schöner machen“, sagt er.

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Inspiriert wurde er von den regelmäßigen Urlauben auf der Insel Rügen, wo der Steintürmchen-Bau an den Ostseestränden schon seit langer Zeit weit verbreitet ist. 31 kleine Kunstwerke stehen mittlerweile an dem circa ein Kilometer langen Weg. Und nicht alle hat Klaus Maurer gebaut. „Das Ganze hat mittlerweile eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Viele Spaziergänger legen hier auch schon selbst Hand an und ich freue mich über jedes neue, kleine Kunstwerk, das hier entsteht“, erzählt der Mieckower.

Straßenschild als besondere Ehre

Eine ganz besondere Ehre wurde ihm übrigens vor zwei Jahren zu seinem 60. Geburtstag zuteil. Da stellte ein Freund ein Schild mit dem Schriftzug „Klausweg“ mitten an den Pfad. Eine schönere Wertschätzung kann es für jemanden, der sich hier seit Jahren um die Hege und Pflege des Weges kümmert, sicherlich nicht geben.

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